Soutter: „Überraschend gut.“

Das WM-Turnier in Schweden wird für den Schweizer Philippe Soutter das zweite als Bundestrainer. /Foto: floorball.lv

Das WM-Turnier in Schweden wird für den Schweizer Philippe Soutter das zweite als Bundestrainer. /Foto: floorball.lv

Fünf Wochen vor WM-Start versammelte Bundestrainer Philippe Soutter sein Team für drei Testspiele in Lettland. Im Interview zeigt sich Soutter angetan von seiner Spielern, sieht aber noch Arbeitsbedarf in der Defensive. Goalie Hallerstede bekommt Sonderlob, während Soutter die WM-Absage Ramon Ibolds tief bedauert.

Floorballmagazin: Philippe, von dem Vier-Nationen-Turnier in Lettland vergangenes Wochenende resultierten ordentliche Ergebnisse – 3:3 gegen Estland, 4:6 gegen Lettland, 3:2 gegen Dänemark. Zufrieden mit dem Team?

Philippe Soutter: Ich war mit dem Team sehr zufrieden. Wir haben ein Spiel gewonnen, hätten eines – gegen Estland – gewinnen müssen und ein weiteres – gegen Lettland – gewinnen können. Diese Länder sind ja im realistischen Umfeld zwischen Platz 5 und 10 der Weltrangliste, wo auch wir uns bewegen. Aber da wir ja doch wiederum ein sehr junges Team mit international noch sehr unerfahrenen Spielern hatten, dürfen wir mit den gezeigten Leistungen sehr glücklich sein.

Was hattet Ihr Euch im Trainerteam für die Testspiele vorgenommen?

Wie ja allgemein bekannt ist, haben wir leider nur ein sehr reduziertes Vorbereitungsprogramm (Es gab nur ein weiteres Trainingslager seit der WM-Quali im Februar; d. Red.). Im Hinblick auf die WM war es einerseits sehr wichtig, die Spieler mal auf der zu erwartenden Intensität zu testen. Ein Spiel gegen das ambitionierte Lettland hat da schon ein anderes Level, als das viele Spieler von ihren Ligapartien gewöhnt sind. Außerdem sind drei solche Matches an drei aufeinander folgenden Tagen eine neue Belastung, welche auch bei der WM auf die Jungs zukommen wird. Das haben sie sehr gut gemacht – sogar etwas überraschend gut.

„Ob es fürs Viertelfinale reicht? Wir werden sehen. Wir nehmen Schritt für Schritt, wie vor zwei Jahren.“

Wie ordnest Du die Ergebnisse im Hinblick auf die WM ein? Könnte es fürs Viertelfinale reichen?

Es waren ja alles durchwegs enge Spiele bei diesem Turnier. Die Letten, aber auch die Dänen, haben in den letzten zwei Jahren große, auch finanzielle, Anstrengungen unternommen, um ihre Nationalmannschaften weiter zu entwickeln. Davon können wir strukturell nur träumen. Dass wir mit diesen Nationen mithalten können, und das dazu noch mit einer Mannschaft mit einem mindestens fünf Jahre niedrigeren Altersdurchschnitt, spricht für die Jungs und ihr Potential in den nächsten Jahren. Vor allem beachtlich, dass vermutlich noch nie in jüngerer Zeit so viele in Deutschland spielende Akteure dabei sind. Ob das fürs Viertelfinale reicht, werden wir sehen. Wir nehmen Schritt für Schritt, wie vor zwei Jahren.

„Es werden so viele in Deutschland spielende Akteure bei der WM dabei sein, wie noch nie in jüngerer Zeit.“

Goalie Hallerstede (re.) bewährte sich an der Seite der erfahrener Recken wie Hühler (mi.) und Mucha (li.). Dafür bekam er ein Sonderlob von Soutter. /Foto: floorball.lv

Goalie Hallerstede (re.) bewährte sich an der Seite der erfahrener Recken wie Hühler (mi.) und Mucha (li.). Dafür bekam er ein Sonderlob von Soutter. /Foto: floorball.lv

Wann wirst Du den Kader benennen? Mike Dietz war beispielsweise in Lettland nicht dabei. Und Hallerstede sowie Kohler haben ihre Sache sehr gut gemacht.

Der 30er-Kader wird in diesen Tagen selektioniert. Der finale 20-Mann-Kader zehn Tage später. Zuerst werden aber selbstverständlich die Spieler informiert. Bei den Torhütern lässt sich sagen, dass wir mit Mike Dietz, Nils Hallerstede und Janek Kohler drei ausgezeichnete Keeper haben. Dietz wurde für die WM vorselektioniert. Ob wir Kohler oder Hallerstede mitnehmen, wird sich zeigen. Beide waren in Lettland sackstark und es ist für Nils ein großes Kompliment, dass er die beiden etablierten Keeper leistungsmäßig derart unter Druck setzt.

Wie sieht der weitere Fahrplan bis zum WM-Start am 6. Dezember gegen Finnland aus?

Wir haben unmittelbar vor der WM noch einen Trainingstag in Göteborg. Der wird vor allem der Feinabstimmung dienen. Die drei eingesetzten Sturmlinien haben in Lettland einen feinen Eindruck hinterlassen, inklusive Neuling Joel Wenning. In der Verteidigung müssen wir uns noch etwas Gedanken machen. Hier waren wir noch zu wenig stabil. Vor allem fehlt uns ein Spieler wie Ramon Ibold, der aufgrund von Prüfungen an der Uni leider auch in Göteborg fehlen wird. Er verkörpert das Idealbild eines modernen Verteidigers, der die Defense des Gegners lesen kann und das Tempo und die Richtung unseres Spiels perfekt steuern kann.