Böttcher: „Ein besonderer Stellenwert“

Ab in den Ring – die Titelverteidigung ist das Ziel! / Foto: floorball-pics.de, Matthias Kuch

Ab in den Ring – für Böttcher & Co. ist die Titelverteidigung das Ziel. / Foto: floorball-pics.de, Matthias Kuch

Es ist ein Spiel mit speziellem Prestige. Weißenfels gegen Leipzig. Auch für Tim Böttcher, Kapitän des UHC und Nationalspieler. Die Partie ist sowas wie der „El Classico“ der deutschen Floorballwelt. Stolze elf Mal standen sich beide im Playoff-Finale um die deutsche Meisterschafft gegenüber, am Wochenende ist es wieder soweit.

Floorballmagazin: Als deutscher Meister aus der letzten saison gegangen, nun wieder Tabellenführer. Ist alles andere als Platz ein ein Misserfolg?

Tim Böttcher: Misserfolg ist ein zu negativer Begriff. Klar ist es unser Ziel, möglichst weit oben zu stehen und zu Beginn der Playoffs wollen wir auch eine gute Ausgangsposition haben. Damit meine ich Platz eins oder zwei. Was viele nicht sehen ist, dass wir eine im Vergleich zu anderen Teams junge Mannschaft haben und deswegen geht es für uns auch darum, uns zu entwickeln. Dazu gehören eben auch Fehlschläge. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir gewinnen wollen. Niemand verliert gerne, aber wenn es passieren darf, dann in der regulären Saison. In den Playoffs gibt es keine Ausreden.

Am Wochenende steht unter anderem Leipzig auf dem Programm. Hat das Spiel schon einen besonderen stand bei euch?

Klar hat dieses Spiel allein schon von der Geschichte her einen anderen Stellenwert als die meisten anderen Spiele. Ich glaube man kann es schon als Derby bezeichnen. Spiele gegen Leipzig sind immer etwas Besonderes, weil sie einerseits sportlich sehr interessant sind und natürlich auch emotional. Allerdings denke ich, dass diese feindselige Stimmung nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie noch vor einigen Jahren. Das hat einfach mit den jeweiligen Spielern zu tun. Trotzdem sind Spiele gegen Leipzig immer ein Highlight in der Saison.

Was unterscheidet die beiden Teams am meisten voneinander?

Puh, das ist schwierig. Ich denke, Leipzig hat in der Vergangenheit oft damit zu kämpfen gehabt, dass ihnen der eigene Nachwuchs fehlte, weswegen sich Spieler aus der Umgebung und aus dem Ausland anschlossen, was natürlich kein Problem ist. Das machen wir ja genauso, dass wir uns punktuell mit Spielern aus anderen Vereinen verstärken. Allerdings spielen die Leute aus dem eigenen Nachwuchs bei uns eine viel größere Rolle als bei Leipzig. Der Großteil unseres Team kommt aus Weißenfels oder Umgebung und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ich glaube aber, dass in den kommenden Jahren der Leipziger Nachwuchs in der Bundesligamannschaft-Mannschaft mehr vertreten sein wird.

Ist die Bundesliga eine „Zweiklassengesellschaft“ geworden? Vier Teams spielen munter oben mit und der Rest klaut sich gegenseitig die Punkte im Mittelfeld?

Auf keinen Fall. Ganz im Gegenteil. Ich denke, dass speziell in dieser Saison die Bundesliga so ausgeglichen ist wie schon lange nicht mehr. Selbstverständlich gibt es bessere und weniger gute Teams, aber der Unterschied ist kleiner geworden und auch die Chance auf eine „Überraschung“ ist an jedem Spieltag da. Auch wenn sich das Feld jetzt gerade vielleicht ein bisschen geteilt hat, spielt es eine Rolle, wer am Ende oben steht. Leipzig hat es ja in den letzten Jahren vorgemacht, dass die Saison im Mai entschieden wird und nicht im November.

In der Nationalmannschaft bist du eine feste Größe. Die Generalprobe am Wochenende in Lettland ist geglückt. Was ist an der WM in Schweden drin?

Einiges. Unsere Mannschaft hat sich schon etwas verändert und deswegen ist es schwierig zu sagen, wie wir uns an der WM schlagen. Ich bin aber wirklich positiv überrascht vor allem von den „neuen“ Spielern, also denen, die 2012 noch nicht mit dabei waren. Das Turnier in Lettland hat gezeigt, dass wir mit Teams wie Lettland mithalten und diese auch schlagen können. Aber die Ergebnisse zeigen auch, dass es schnell nach unten gehen kann, weil die Mannschaften eng beieinander liegen. Trotzdem habe ich allergrößtes Vertrauen in unser Team und ich bin sicher, dass wir das Viertelfinale erreichen werden. Und was dann gegen die Schweiz oder Tschechien möglich ist, werden wir sehen.

Alle Spiele im Überblick

Samstag 08.11.2014
16:30 Unihockey Igels Dresden – SSF Dragons Bonn
18:30 BAT Berlin – Floor Fighters Chemnitz
18:00 TV Lilienthal – ETV Piranhhas
18:00 MFBC Leipzig – UHC Weißenfels

Sonntag 09.11.2014
14:30 Halle BAT Berlin – ETV Piranhhas
16:00 UHC Weißenfels – SSF Dragons Bonn
16:00 Red Hocks Kaufering – Red Devils Wernigerode

Bildunterschrift: Ab in den Ring – die Titelverteidigung ist das Ziel!