„Im Januar nochmal angreifen“

Hallerstede ist der Lilienthaler Rückhalt. /Foto: Christine Höfelmeyer

Hallerstede ist der Lilienthaler Rückhalt. /Foto: Christine Höfelmeyer

Seine Zeit wird kommen, sagte Bundestrainer Philippe Soutter. Wenn in zwei Tagen die WM beginnt, muss Nils Hallerstede zu schauen. 2016 soll seine Stunde schlagen. Im Interview spricht er darüber und die verkorkste Hinrunde Lilienthals.

(Disclaimer: Das Interview wurde im Vorfeld des neunten Bundesliga-Spieltags am 20. November geführt, kann aufgrund von Serverproblemen aber erst heute veröffentlicht werden. Lilienthal verlor danach trotz Chancenplus 3:5 in Dresden und ist seitdem Tabellenletzter. Die Redaktion.)

Floorballmagazin: Hallo Nils, nur zwei Siege aus acht Spielen sind für einen Vorjahres-Halbfinalisten sicher zu wenig. Was ist schief gelaufen in der Hinrunde?

Nils Hallerstede: Ein großes Problem war bisher unsere Offensive. Ohne Tore zu schießen, können wir keine Spiele gewinnen. Das ist auch der Grund dafür, dass wir viele Spiele mit einem oder zwei Toren verloren haben. Dazu kommen dann Situationen wie im Spiel gegen Bonn, wo wir eine 5:1-Führung hergegeben haben. Gründe dafür waren wohl schlechte Abstimmung in neu zusammengesetzten Blöcken und Verletzungspech. Ich denke aber, dass wir das langsam in Griff haben.

Gegen die anderen Mannschaften auf der unteren Tabellenhälfte wurden nur wenige Punkte geholt. Gibt das dem Spiel am Wochenende einen besonderen Stellenwert?

Ja, selbstverständlich, das sind extrem wichtige Partien. Wenn wir diese Spiele nicht gewinnen, sind unsere Chancen, die Playoffs noch zu erreichen sehr gering. Momentan geht es für uns wirklich darum, aus jedem Spiel so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Dazu zählen vor allem die Spiele gegen direkte Tabellennachbarn.

Was ist der Punkt, der in der Winterpause am intensivsten angegangen werden muss?

Wir hatten zu Beginn der Saison Probleme, unser Spiel zu finden. Das System funktionierte nicht besonders. Der Fokus in der Pause wird auf der Taktik liegen. Es geht jetzt daran, unser System einzuspielen und dann im Januar nochmal anzugreifen, um die Playoffs zu erreichen.

Du konntest dein erstes Länderspiel bestreiten. Und hast eine super Leistung gezeigt. Hast du dir da ein wenig Hoffnung auf eine WM Teilnahme gemacht?

Philippe hat Janek Kohler und mir vor Lettland mitgeteilt, dass er sich im Anschluss des Turniers für einen Torhüter entscheidet und dass ich genauso eine Chance auf die WM habe. Wenn ich den Vorzug bekommen hätte, hätte mich das natürlich sehr gefreut. Mein Ziel war in erster Linie, mit einer guten Leistung zu überzeugen und das habe ich geschafft. Ich denke, meine Zeit wird noch kommen.

Gibt es irgendwelche Absprachen mit dem Trainerteam?

Was Philippe mir gesagt hatte, war, dass er mich, insofern er seinen Vertrag verlängert, für die nächste WM-Kampagne mit einplant und ich so zu weiteren Einsätzen kommen werde. Wie das dann in zwei Jahren aussieht, kann ich natürlich noch nicht sagen.

Interview: Tom Kollmar