Missverständnis besiegelt Pleite

Ramon Ibold (li.) spielte stark, spielte beim entscheidenden 3:5 eine tragische Nebenrolle. /Foto: Rasmus Tynander/IFF

Ramon Ibold (li.) spielte stark, spielte beim entscheidenden 3:5 eine tragische Nebenrolle. /Foto: Rasmus Tynander/IFF

Gegen Lettland kassierte Deutschland bei der WM in Göteborg die dritte Niederlage am Stück. Anders als beim Sensationssieg vor zwei Jahren waren die Deutschen diesmal komplett ebenbürtig. Doch die Letten präsentierten sich effektiver. Im Achtelfinale wartet nun wohl Dänemark.

Anderthalb Minuten vor Schluss zog Philippe Soutter seinen Goalie Janek Kohler vom Feld. Mit einem sechsten Feldspieler wollte der Bundestrainer die Partie gegen die Letten noch drehen.

Doch dann folgte das Missverständnis: Weil vermeintlich schon sechs Feldspieler auf dem Parkett standen (was wohl gar nicht der Fall war), winkten die Spieler auf der Bank Ramon Ibold, der gerade über die Bande gestiegen war, hektisch zurück hinter die Bande. Joel Gysin hatte das nicht kommen sehen und spielte den Ball dorthin, wo Ibold eben noch war. Andis Blinds bedankte sich, forcierte mit einem Querpass Abramovs, der ins leere Tor einnetzte.

So stand es statt 4:4 plötzlich 3:5 – der K. o. für Deutschland. Zuvor hatten die Deutschen den Letten einen starken Kampf geliefert. „Lettland hat mehr Körper und PS zur Verfügung“, sagte Soutter vor der Partie. Entsprechend clever müsste sein Team folglich agieren. „Ich erwarte ein enges Spiel.“ Und so kam es auch.

Zunächst setzte sein Team Soutters Vorgaben excellent um. Dominic Mucha erzielte in der sechsten Minute mit einem humorlosen Schlagschuss ins Kreuzeck die deutsche Führung. Erst im zweiten Drittel kam Lettland auf: Juskevics und Jursevkis nutzten binnen zwei Minuten unzureichendes Abwehrverhalten des Blocks um Kapitän Philipp Hühler aus – 1:2 (22., 24.).

VIDEO: Highlights Deutschland – Lettland

Ein fantastisch lancierter Konter über Ibold und von Pritzbuer landete schließlich bei Herlt, der ausglich (33.). Leider monierte die deutsche Abwehr nur drei Minuten später einen Moment zu lange ein vermeintliches Foul an Ibold. Savins nutzte das zu einem technisch erstklassigen Tor: Er nahm den Ball in die Luft und bugsierte ihn so um Goalie Kohler herum zum 2:3 (37.).

Im letzten Drittel fand Latvins aus spitzen Winkel die Lücke über Kohlers Schulter und versenkte genau unter die Latte zur ersten lettischen Zwei-Tore-Führung (49.). Nun begann Deutschland starkes und effektives Forechecking. Prompt wurde das Team belohnt: Von Pritzbuer rannte hinter dem lettischen Tor in einen Pass, der Ball sprang in den Slot. Borth schaltete am schnellsten und überraschte Krumins zum 3:4 (51.). Danach versuchte Deutschland viel, kam aber nicht zum Ausgleich. Der fatale Wechselfehler besiegelte in der 58. Minute dann die 3:5-Niederlage.

Trotz der knappen Pleite präsentierte sich Deutschland über weite Strecken stark. Es sei zum Vergleich auch nur an den 4:2-Sensationserfolg gegen eben Lettland vor zwei Jahren erinnert. Damals sprach allein die Schussstatistik von 12:30 eine klare Sprache. Diesmal hatten die Letten nur zwei Torschüsse mehr (22:24). Dennoch: Durch die Niederlage beendet Deutschland die Vorrunde in der Todesgruppe A mit Schweden, Finnland und Lettland auf Rang vier. Im Achtelfinale warten nun am Mittwoch Abend wahrscheinlich die starken Dänen.

Deutschland – Lettland 3:5 (1:0, 1:3, 1:2)

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