Ex-Nationalkeeperin startet in der Schweiz durch

Neue Umgebung: Gatzsch (li.) macht sich vor der Partie gegen Zug mit dem Gehäuse vertraut. /Foto: Floorball Riders PR

Neue Umgebung: Gatzsch (li.) macht sich vor der Partie gegen Zug mit dem Gehäuse vertraut. /Foto: Floorball Riders PR

Die Transfers von Franzi Kuhlmann und Pauline Baumgarten in die Schweizer NLA waren im Sommer großes Thema. Fast unbemerkt hat es im Herbst einen weiteren bekannten Namen dorthin gezogen: die ehemalige Nationaltorhüterin Nancy Gatzsch. Ihr neuer Klub feierte nun einen historischen Erfolg.

Eigentlich hatte Nancy Gatzsch die Goalie-Handschuhe schon an den Nagel gehängt. Mit den Weißenfelser Damen war sie mehrfach Deutscher Meister geworden, hatte 2009 und 2011 mit der Damen-Nationalmannschaft bei der WM gespielt. Vor zwei Jahren war dann aber Schluss mit Floorball.

Umso überraschender tauchte Gatzsch letzten Herbst im Kader des Schweizer Erstligisten Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti auf. Wie kam es? „Ja, was hat mich in die Schweiz geholt? Die Antwort ist: Katja Timmel“, sagt Gatzsch. Die Nationalspielerin spielt bei den Riders. Im Sommer sprach sie Gatzsch bei einem Jubiläumsturnier in Weißenfels an, ob sie nicht in ihr Team wollte.

„Ich wollte immer mal in der Schweiz spielen“, sagt die Comebackerin. Sie war grade ungebunden, es passte einfach. Auch Bedenken wegen der zweijährigen Abstinenz legten sich bald. Der Start bei den Eidgenossen verlief problemlos. Der größte Unterschied zu Deutschland? „Da kann ich nur sagen: die Sprache“, so Gatzsch lachend.

Nancy Gatzsch (li.) 2011 im Einsatz für Weißenfels. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Nancy Gatzsch (li.) 2011 im Einsatz für Weißenfels. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Auf dem Feld scheint es aber zu laufen mit der Kommunikation. Am Wochenende schlugen die Riders mit Gatzsch im Tor die Konkurrenz von Zug United (mit Franziska Kuhlmann) im Duell Vorletzter gegen Letzter 3:2 nach Penaltyschiessen. Gatzsch wurde Best Player. Tags darauf durfte dennoch ihre Kollegin Martina Fauser im Tor ran – beim Cup-Halbfinale gegen NLB-Vertreter Frauenfeld. Auch hier ging es ins Penaltyschiessen, wieder siegten die Riders, unter anderem weil Fauser zwei Penalties parierte.

Pokalfinale in der Wankdorf-Halle: „Wird ein Hammer-Gefühl“

Damit zog der Klub erstmals in seiner Geschichte in das Schweizer Pokalfinale ein. Das wird traditionell in der Berner Wankdorfhalle ausgetragen – ein Riesenereignis. „Der Einlauf wird ein Hammer-Gefühl sein“, freut sich Gatzsch schon jetzt. Der Sieg wäre das I-Tüpfelchen, sagt sie weiter, wissend, dass ihr Team gegen das Topteam aus Dietlikon klarer Außenseiter ist.

Kuhlmann, Baumgarten und Timmel werden Anfang Februar mit der Deutschen Nationalmannschaft in Polen in der WM-Qualifikation kämpfen. Auch eine Torhüterin der Riders ist im Kader. Nicht Gatzsch, sondern U21-Goalie Christa Brünn. „Über sie kann ich leider noch nicht so viel sagen“, sagt die ehemalige Nationalkeeperin. Aber von dem, was sie bisher gesehen habe, sei Brünn eine gute Torhüterin und habe ihren Platz im Nationalteam verdient.

Gatzsch ließ indes offen, ob sie es irgendwann selbst noch einmal im Nationaltrikot versuchen wird: „Noch bin ich nicht bereit dafür“, sagt sie. Dafür wolle sie erst noch ein paar Einsätze bei den Riders haben und wieder mit sich selbst zufrieden sein. „Dann vielleicht“, blickt sie voraus.

>Kader der Damen-Nationalmannschaft für die WM-Quali 2015