„Völlig neue Quantität und Qualität möglich“

Der Floorball in Sachsen-Anhalt stand im Dezember besonders im Fokus. Verbandspräsident Rolf Blanke durfte sich über die Auszeichnung zweier Klubs als Landesleistungsstützpunkte freuen. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Der Floorball in Sachsen-Anhalt stand im Dezember besonders im Fokus. Verbandspräsident Rolf Blanke durfte sich über die Auszeichnung zweier Klubs als Landesleistungsstützpunkte freuen. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Seit Mitte Dezember sind Weißenfels und Wernigerode Landesleistungsstützpunkte. Vor allem der Verband profitiert davon mit einer immensen Förderung. Präsident Rolf Blanke erklärt im Interview, wie diese für die Nachwuchsarbeit genutzt werden soll.

Floorballmagazin: Die Vergabe des Labels „Landesleistungsstützpunkt Floorball“ nach Weißenfels und Wernigerode kam überraschend. War der Zeitpunkt – nur zwei Tage nach der DOSB-Aufnahme von Floorball Deutschland im Dezember – Zufall?

Rolf Blanke: Natürlich kam die Vergabe durch den Landessportbund Sachsen-Anhalt sowohl für die beiden Vereine Red Devils Wernigerode und UHC Sparkasse Weißenfels als auch den Floorball Verband Sachsen-Anhalt (FVSA) etwas überraschend. Wegen der FVSA-Nachwuchsarbeit im Bereich der Landesauswahlen und deren Trophy-Erfolgen in den letzten Jahren, hat unser Landespräsidium bereits mehrfach Anlauf unternommen und Anträge gestellt, um in diesen LSB-Förderbereich aufgenommen zu werden.

In den Dezembertagen 2014 kam die DOSB-Aufnahme von Floorball Deutschland sowie das gewachsene Medieninteresse durch die Mitteldeutsche Zeitung und den MDR an der Herren-WM in Göteborg dazu. Hier waren ja fünf Nationalspieler aus dem mitteldeutschen Raum berufen, darunter vier aus Sachsen-Anhalt. Diese Aufmerksamkeit hat sicher eine Rolle bei der Vergabe des Labels gespielt.

Was bringt das Label Landesleistungsstützpunkt konkret?

Es ermöglicht die Förderung von Nachwuchstalenten auf der Entwicklungsstufe bis zur U17 in einer völlig neuen Quantität und Qualität. Die beiden Bundesligavereine wurden wegen ihrer bisherigen Erfolge und der ihrer Nachwuchsarbeit als die aktuellen und auch künftigen Landesleistungsstützpunkte bzw. Kaderschmieden berufen. Beide erhalten dafür jeweils eine mittlere dreistellige Prämie.

Was aber bedeutender ist, ist der Zuschuss für den Landesverband. Der wird mit einem jährlichen Förderbetrag in Höhe von 15 000 Euro für die Nachwuchs- und Talentförderung ausgestattet. Das heißt, dass einerseits auf Landesebene jährlich mehrere Talentecamps für alle Vereine und deren Nachwuchs angeboten und finanziell unterstützt werden.

Andererseits erhalten die Landesauswahlen eine weiter verbesserte Grundausstattung. Die einzelnen Spieler und Spielerinnen werden nach Leistungskriterien besser unterstützt, die Landestrainer weiter qualifiziert. Weiterhin sehen wir uns auch in der Pflicht, dass sich der FVSA mit seinen interessierten Vereinen auch um die Austragung von FD-Trophys und deutsche Nachwuchsmeisterschaften bewirbt.

Andere Floorballvereine und Landesverbände streben nun auch danach. Welche Voraussetzungen habt Ihr für dieses Label erfüllen müssen?

Hier kann ich natürlich nur auf unsere Erfahrungen und unseren Entwicklungsweg verweisen. Jeder Landesfachverband muss seinerseits die Landesspezifika ausloten. Die wichtigste Voraussetzung war in unserem Bundesland, nach unserer Verbandsgründung 1997, die Aufnahme unseres Fachverbandes in den LSB Sachsen-Anhalt im Jahre 1999.

Weitere Meilensteine waren die intensive Nachwuchsarbeit der Vereine, welche schon im Vorschulalter beginnt, das Engagement in Weißenfels und Wernigerode, internationale Events auszutragen, die Aufnahme von Floorball in die Schulsportlehrpläne 1999 sowie den Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ und die sportlichen Erfolge der Klubs und unserer Landesauswahlen, um nur einige zu nennen. All das hat uns schließlich in den Förderbereich des Landessportbundes gebracht.

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