Das geübte Duell

Und Action - Im Pokalfinale konnte sich Wernigerodes Schlussmann Blume mehrfach auszeichnen. / Foto: Sascha Reich, Floorball Deutschland

Und Action – Im Pokalfinale konnte sich Wernigerodes Schlussmann Blume mehrfach auszeichnen. / Foto: Sascha Reich, Floorball Deutschland

Das Pokalfinale war nicht nur das erste Titelmatch der Saison, sondern auch eine Generalprobe für den Kampf um die Meisterschaft. Weißenfels düpierte darin Herausforderer Wernigerode nach Maß. Die Trainer Brückner und Gahlert über das Kräftemessen der zwei größten Meisterschaftsfavoriten.

Der Auftritt der Weißenfelser im Pokalfinale war imposant. Geduldig, konzentriert und eiskalt setzten sie sich gegen die ambitionierten Devils durch. „Wir haben uns von Erwartungshaltungen befreit und es geschafft, alles auszublenden, was außerhalb der Bande passiert“, erklärt Martin Brückner den fokussierten Auftritt seiner Truppe im Endspiel. Man habe den richtigen Mix aus Leidenschaft, Disziplin und Lockerheit gefunden.

Dabei war der UHC einen Tag zuvor an einer sensationellen Niederlage knapp vorbei geschlittert. 6:1 führte der Meister schon gegen Chemnitz. Dann der Kollaps und das Heimteam dreht auf. 6:6. Verlängerung. Eskelinen entschied dennoch für Weißenfels. Obwohl der UHC Tabellenführer ist, passieren solche Einbrüche relativ häufig. Brückner weiß von dieser Schwäche.

„Wir sind eine recht emotionale Mannschaft und können innerhalb weniger Minuten Spiele entscheiden, aber auch mehrere Tore kassieren“, sagt der UHC-Coach. Ab und zu fehle dann die Balance. „Man sollte auch immer wissen, dass wir mit einer hohen Erwartungshaltung umgehen müssen. Das kann insbesondere in Situationen wie dem Halbfinale gegen Chemnitz eine Mannschaft mental belasten. Als die Floor Fighters herankamen, entstand eine gewisse Angst das Spiel noch aus der Hand zu geben. Das blockiert und man wird zu passiv“, erklärt Brückner.

Wernigerode konnte von dieser Schwäche aber nicht profitieren. Im Endspiel wirkte Weißenfels deutlich aktiver. „Wir waren gerade im Angriffsspiel wie gelähmt“, sagt Wernigerodes Trainer Peter Gahlert. Es habe zu wenig Bewegung ohne Ball gegeben, kein Zug zum Tor. Der unbedingte Wille, gewinnen zu wollen, habe gefehlt. Das seien allerdings nur erste, vermutete Gründe. „Diese Woche wollen wir das Spiel analysieren und tiefgründiger in die Ursachenforschung gehen“, erklärt Gahlert. Die Defensivleistung an sich habe ihm hingegen gefallen.

Gahlert nach habe Weißenfels nunmal enorme Erfahrung mit Endspielen. „Nach der gefühlten Niederlage vom Vortag waren sie recht bissig und wollten sich unbedingt steigern“, sagt der Devils-Coach. Die Final-Niederlage relativiert er mit dem Umbruch, für den man sich vor der Saison in Wernigerode entschieden habe. Mit Riechel, Mildner und Einecke beziehungsweise Fiedler hätten drei bis vier U19-Spieler die kompletten sechzig Minuten durchgespielt. Tatsächlich setzte Weißenfels nicht auf derartige Teenies, mit Händler, Herlt, Bernieck, Böttcher & Co. stellte die eigene Brut aber durchaus wichtige Stützen.

Beide Vereine können bis zu den Playoffs zuhause noch zweimal an ihren Baustellen arbeiten, Wernigerode empfängt Kaufering und Berlin, Weißenfels Leipzig und Hamburg. Danach dürfte eine kleine Pause anstehen, da die direkte Qualifikation fürs Halbfinale praktisch feststeht.