Classic und GC früh raus

Lange Gesichter bei GC nach dem frühen KO. Die Playoffbärte dürfen schon nach dem Viertelfinale ab. /Foto: unihockey.ch

Lange Gesichter bei GC nach dem frühen KO. Die Playoffbärte dürfen schon nach dem Viertelfinale ab. /Foto: unihockey.ch

In Europas Topligen laufen die Playoffs. Für zwei Titelfavoriten endete die Reise in Finnland und der Schweiz schon im Viertelfinale. Damit ist auch für Kim Nilsson die Saison frühzeitig beendet.

Vor der Saison zählten viele GC Zürich zu den Titelfavoriten in der Schweiz. Ein Name stand stellvertretend für diese Ambitionen: Kim Nilsson. Der schwedische Superstar war von AIK Solna zu den Grasshoppers gewechselt und sollte neben Publicity auch Erfolge bringen.

Nilsson lieferte wie erhofft: Das Schweizer Fernsehen drehte eine Homestory, auf dem Feld gewann er die Scorer-Wertung der Nationalliga A (60 Punkte in 22 Spielen). Doch Titel blieben zunächst aus: Im Champions Cup und im Pokal scheiterten die Zürcher jeweils im Halbfinale.

Dann also in der Liga. Dort kam GC hinter Malans und Wiler-Ersigen „nur“ auf Rang drei in die Playoffs, was ihnen die Tigers Langnau im Halbfinale bescherte. Diese gelten als Wundertüte und bewiesen gegen Zürich auch, warum. 4:1 entschied Langnau die Serie diskussionslos für sich.

Der Druck sei wohl entscheidend gewesen, schätzt Reto Voneschen, Redakteur von unihockey.ch. „Bei GC war immer die Rede vom Superfinal und wie wichtig dies sei. Die Tigers hatten, verglichen zum letzten Jahr, eine Scheiss-Saison und nix zu verlieren.“ Ihr Ziel sei es gewesen, Nilsson und Scalvinoni aus dem Spiel zu nehmen. „Und zwar wie einst die Förster-Brüder beim VfB Stuttgart in den tiefsten 80er Jahren: mit Manndeckung.“ Das gelang: Die zwei Scharfschützen, in der Quali Erster und Dritter der Scorerwertung, machten keinen Stich.

Das Projekt Titelgewinn muss GC damit schon verfrüht auf die nächste Spielzeit verschieben. Immerhin: Ein Jahr noch wird Nilsson das blau-weiße Trikot tragen.

GC – Tigers, Spiel 5, 5:6 (Serie 1:4; Swiss Sport TV)

In Finnland gilt Classic seit Jahren als exzentrische Diva. Diese Saison machte der Klub mit zwei Transfers große Schlagzeilen. Zunächst verließ Topscorer Lassi Vänttinen Tampere in Richtung Schweiz – mitten in der Saison ging er zu Wiler-Ersigen. Dann platzte die größte Bombe: Finnland ehemaliger Nationaltrainer Petteri Nykky soll ab kommender Saison das oft berauschend spielende, aber notorisch erfolglose Team endlich zum ersten Titel führen.

Wie auf Befehl trat das Team in der Folge noch mal den bereits längst erbrachten Beweis an, warum Nykky helfen muss. Als Dritter in die Playoffs gestartet, gelang es dem talentierten Haufen um die Jungstars Kivipassi und Savonen sowie Haudegen Savolainen, gegen den Achten Tapanilan Erä sang- und klanglos mit 0:3-Siegen im Viertelfinale auszuscheiden. Ob Alchemist Nykky nächste Saison die richtige Textur gegen das Verlierer-Gen von Classic finden wird?

Classic – Erä, Spiel 3, 3:4 (Serie 0:3; The Great Play)