Halle und Bremen favorisiert

Die Saalebiber Halle wollen in wenigen Wochen mit den Fans ihren Aufstieg bejubeln. /Foto: Saalebiber Halle Facebook

Die Saalebiber Halle wollen in wenigen Wochen mit den Fans ihren Aufstieg bejubeln. /Foto: Saalebiber Halle Facebook

Playoff-Zeit in der 2. Bundesliga! Halle und Leipzig sowie Bremen und Überraschungsaufsteiger Holzbüttgen spielen ab diesem Wochenende um den Bundesliga-Aufstieg. Die beiden Staffelsieger gehen als Favoriten ins Halbfinale.

Sonntag geht es los: 12.30 Uhr empfängt die DJK Holzbüttgen die Saalebiber Halle zum ersten von maximal drei Playoff-Halbfinalspielen. Dreieinhalb Stunden später rollt der Ball auch in Leipzig, wenn der SC DHfK Eiche Horn Bremen empfängt. Ein zweites und mögliches drittes Spiel findet nächstes Wochenende statt. Die Sieger dieser Serien sind sicher in der Relegation zur 1. Bundesliga, der Zweitliga-Meister steigt sogar direkt auf. Ein Blick auf die Halbfinale-Duelle im Detail:

Halbfinale 1: TV Eiche Horn Bremen (1. Nordwest) vs. SC DHfK Leipzig (2. Südost)

Vergangene Saison hatte Eiche Horn Bremen frühzeitig auf den Aufstieg verzichtet. Nun aber fühlt man sich an der Weser wieder bereit für die Bundesliga. „Die Qualität des Teams hat einen enormen Schub bekommen“, sagt Routinier Andreas Kasche. Im Kader herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf, viele junge Spieler drücken nach.

Mit fast zehn Toren im Schnitt und nur einer Niederlage in 14 Spielen marschierte Eiche zum Titel in der Nordwest-Staffel. Kasche, immerhin schon 36 Jahre alt, gewann zudem die Scorerwertung. „Der Coach sagt, ich wäre wie Ulf Kirsten und stehe einfach ab und zu richtig“, scherzt er.

Der SC DHfK hat sogar eine noch bessere Offensivabteilung als die Bremer. Das Team erzielte 123 Tore in 14 Spielen. Allerdings kassierten sie auch 75 (Eiche: 53). Für Tore sind also beide gut – die Serie wird wohl in den Defensivreihen entschieden und hier hat Eiche Vorteile. Dennoch ist der Vizemeister von 2008 hoch motiviert. Nachdem man letztes Jahr als Staffelsieger schon im Halbfinale überraschend an Dümpten scheiterte, soll es diesmal für den Aufstieg reichen.

Meines Erachtens gibt es keine Favoritenrollen in der KO-Runde“, betont DHfK-Center Nils Knothe. Er sieht in seinem Team „den unbedingten Willen aufsteigen zu wollen“. Der habe letzte Saison noch gefehlt. Das sei entscheidender als Favoritenrollen. Eine weitere Motivation: Nach drei Jahren zweiter Liga vermisst man beim DHfK die Duelle mit Lokalrivale MFBC.

Floorballmagazin-Prognose: Bremen 60 %, Leipzig 40 %

 

Heim- und defensivstarke Wundertüte: Holzbüttgen geht dennoch als Außenseiter in die Playoffs. /Foto: Maximilian Schützeichel

Heim- und defensivstarke Wundertüte: Holzbüttgen geht dennoch als Außenseiter in die Playoffs. /Foto: Maximilian Schützeichel

Halbfinale 2: USV Saalebiber Halle (1. Südost) vs. DJK Holzbüttgen (2. Nordwest)

Halle ist ein Dauerbrenner der 2. Liga, will nach langen Jahren im Unterhaus aber wieder zurück in die Bundesliga. Die Chancen stehen gut: In einer starken Konkurrenz – neben Leipzig buhlten auch die schussgewaltigen Schriesheimer (150 Tore – Spitzenwert in beiden Staffeln) und Absteiger Döbeln um die Playoff-Plätze – setzten sich die Saalebiber mit ihrem routinierten und körperbetonten Spiel recht souverän als Staffelsieger durch und sicherten sich damit das Heimrecht für ein mögliches drittes Entscheidungsspiel. „Das ist sicher ein Vorteil bei unserer Heimstärke“, schätzt Goalie Sven Lemme.

Im Halbfinale treffen die Saalebiber auf Holzbüttgen, die als Aufsteiger im Nordwesten überraschten. „Für uns ein völlig unbekannter Gegner“, gibt Lemme zu. Sein Team dürfte aber durch die Erfahrung des SC DHfK aus dem Vorjahr gewarnt sein. Einfache Gegner gebe es nun ohnehin nicht mehr, so Lemme. Was für Halle spricht: In den Topspielen konnten sie diese Saison immer gute Leistungen abrufen. Das Selbstvertrauen stimmt deshalb: „In den entscheidenden Phasen waren wir stets zur Stelle“, betont Lemme und fügt an: „Wir gehen natürlich davon aus, dass dies nun so weiter geht.“

Derweil fragt sich die Floorball-Szene vielleicht: Holzbüttgen, wer? Das Team aus Kaarst (nahe Düsseldorf) ist die Sensation dieser Saison. Im engen Feld der Verfolger von Bremen setzte sich der Aufsteiger knapp gegen die höher eingeschätzten Teams aus Dümpten und Neuwittenbek durch. Saisonziel sei der „sichere Klassenerhalt“ gewesen, sagt DJK-Teamkapitän Dennis Schiffer. Den hat das Team wegen der knappen Abstände in der Tabelle tatsächlich erst recht spät erreicht. Nun gibt es also als Bonbon die Duelle gegen Halle in den Aufstiegsplayoffs.

Für uns insofern eine gewohnte Situation, als das wir einmal mehr Außenseiter sind“, sagt Schiffer. Das sei seine Mannschaft in fast allen Spielen gewesen. Ein möglicher Weg zur Überraschung liegt im Defensivriegel der Holzbüttgener – mit 49 Gegentoren stellte das Team die stärke Abwehr beider Staffeln. Dazu kommt: Druck hat nur Halle. Dennoch ist die Erfahrung der Saalebiber mit Playoff-Duellen wohl ein entscheidender Pluspunkt für die Hallenser.

Floorballmagazin-Prognose: Halle 70 %, Holzbüttgen 30 %

>Statistiken und Ergebnisse der Zweitliga-Hauptrunde Nordwest und Südost