Krohne: „Vieles hinterfragt und verändert“

Schätzt seinen homogenen Kader - Timo Krohne. / Foto: Hanna Skoog

Schätzt seinen homogenen Kader – Timo Krohne. / Foto: Hanna Skoog

Zum dritten Mal in Folge schafft Berlin den Sprung in die Playoffs. In der Hauptstadt schielt man auch dieses Jahr nach Medaillen. Interview mit Head-Coach Timo Krohne über den internen Wandel bei BAT und die anstehende Viertelfinalserie gegen Chemnitz.

Floorballmagazin: Schon wieder Playoffs. Früher konnte man sich darauf verlassen, dass in Berlin einem starken immer ein schwaches und diesem wieder ein starkes Jahr folgt. Gibt es bei BAT eine neue Konstanz?

Timo Krohne: Aktuell gibt es die, ja. Wir waren in den letzten Saisons in der glücklichen Lage, einen großen Kader zu nominieren, der vom Leistungspensum her sehr homogen ist. Das ist auch dadurch bedingt, dass uns Neuankömmlinge nicht gleich nach der Saison wieder verlassen haben. Generell konnten wir uns als Team und jeder individuell weiterentwickeln. Wir haben Trainingsmethoden und Taktik hinterfragt und verändert. Der Erfolg spiegelt sich dann eben auch in diesen drei Play-Off-Teilnahmen wieder. Es gibt aber noch viel zu tun.

Dank einer starken Phase zum Jahresbeginn war Berlin zwei Spieltage vor Ende der Ligaphase schon für die Endspiele qualifiziert. Sein Heimrecht verspielte man aber mit zwei Niederlagen am Stück. Formtief zum schlechtesten Zeitpunkt?

Nein, definitiv nicht. Wir hatten vor der Saison das Ziel, die Play-Offs zu erreichen. Dies haben wir dank einer tollen Siegesserie zu Beginn der Rückrunde schon vorzeitig erreicht. Ab diesem Zeitpunkt lag unser Fokus ganz klar auf den Playoffs, Dinge zu probieren, noch einmal taktische Vorgaben einzuspielen, aber auch unseren kranken und angeschlagenen Spielern die nötige Auszeiten zu gönnen. Denn jetzt geht’s erst richtig los und da wollen wir mit voller Kraft mitmischen. Wir sind bereit.

Im Playoff-Viertelfinale trifft BAT auf Chemnitz. Bei den Floor Fighters gab es zuletzt eine 4:7-Klatsche, das Hinspiel ging aber mit 5:4 an Berlin. Mit welchen Waffen soll der Einzug ins Halbfinale gelingen?

Diese Frage zu beantworten, wäre ja jetzt irgendwie doof, nicht wahr? Daher sage ich mal, wir werden mit Teamspirit und Einsatz glänzen, unsere beste Leistung abrufen und dann fünf Euro ins Phrasenschwein werfen.

Berlin ist stolz auf das vermutlich stärkste Goalie-Paar der Liga, Nebe und Klein. Chemnitz’ Aromaa konnte häufig aber noch einen drauflegen und weist die besten Statistiken vor. Ein Grund das Penaltyschießen zu vermeiden?

Auf unsere Goalies sind wir definitiv stolz, aber wir haben drei Goalies im Kader und weitere im Trainingsbetrieb. Sicherlich sind Nebe und Klein auch unsere Aushängeschilder, aber alle unsere Torhüter sind super Typen, die stets ihren Teil zum Team beitragen, das macht uns stark. Ich würde unsere Torhütersituation mit keinem anderen Team tauschen wollen. Ich kenne die Stärken unserer Jungs und kann so auch nach Tagesform und Gegner aufstellen. Und das Beste daran ist, auf der Bank habe ich gleichwertigen Ersatz, das ist ungemein wichtig. Was das Penaltyschiessen angeht, kann ich nur sagen, dass unsere Goalies sich freuen würden – und das lässt mich sehr beruhigt daran denken.

Statt die Meisterfrage zu stellen, schauen wir mal die Tabelle herab. Wen siehst du als größten Abstiegskandidaten und wen würdest du gerne wieder in der ersten Liga sehen?

Ich würde mich über Eiche Horn freuen. Die Spiele mit Bremen waren immer spannend und interessant. Was die Abstiegskandidaten angeht, ist sehr schwierig zu sagen, wer nachher herunterfällt. Ich sehe Bonn auch durch ihre vielen gedrehten Spiele als sehr Nervenstark, genau das Richtige in den Playdowns. Dresden hat eine hohe individuelle Klasse. Wenn sie keinen schlechten Tag haben, bleiben Sie drin. Hamburg hat neben jungen Talenten auch erfahrene Leute und einen guten Trainer, das muss auch reichen. Lilienthal hat diese Saison sehr unkonstante Ergebnisse erzielt. Wenn sie es nicht schaffen, einen der besseren Tage zu erwischen, wird das eng. Insgesamt sehe ich aber alle vier Teams auf ähnlichem Niveau und jeder gehört in die Bundesliga.