Ibold: „Kein Selbstläufer“

Ibolds Comeback hat sich für Wernigerode ausgezahlt. 26 Tore und 10 Vorlage trug der Scharfschütze bei. / Foto: Sascha Reich, floorball deutschland

Ibolds Comeback hat sich für Wernigerode ausgezahlt. 26 Tore und 10 Vorlage trug der Scharfschütze bei. / Foto: Sascha Reich, floorball deutschland

Mit fünfzehn Siegen aus achtzehn Spielen und einem Vorsprung von sechzehn Punkten auf den Drittplatzierten war die diesjährige Ligasaison die erfolgreichste in der Geschichte der Red Devils. Im Halbfinale trifft Wernigerode nun auf Berlin. Ramon Ibold setzt auf die spielerischen Fähigkeiten seines Teams.

Floorballmagazin: Nix mit Chemnitz, Leipzig oder Kaufering. Im Halbfinale wartet Berlin. Eine Überraschung?

Ramon Ibold: Ich denke, der gesamze Verlauf der Saison war in gewisser Weise eine Überraschung. Vor allem der Kampf um die Playoffplätze war durchaus knapp und interessant zu verfolgen. Dass sich Berlin letztlich im Rennen um das Halbfinale durchsetzen konnte, ist weniger überraschend. Alle Mannschaften auf den Plätzen drei bis sechs haben gezeigt, dass sie einander schlagen können.

Dieses Jahr habt ihr zweimal gegen Berlin gewonnen, im Bronzespiel vor zwei Jahren gewann wiederum BAT in Eurer Halle. Trotzdem ein Gegner, der Euch liegt? Die Favoritenrolle werden ihr nicht abschütteln können.

Die letzten Partien konnten wir zu unseren Gunsten entscheiden, aber es war keinesfalls ein Selbstläufer. Berlin hat sehr robuste Spieler, welche unserem Nachwuchs im physischen Bereich einiges voraus sind. Wir werden alles daran setzen, die Halbfinalserie mit unserer spielerischen Stärke in die vorgesehene Richtung zu lenken.

Ihr musstet jetzt zwei Wochenenden aussetzen. Hat das eher dazu geführt, dass ihr euch rehabilitieren konntet oder könnte das den Rhytmus stören?

Die „Pause“ hat auf jeden Fall geholfen den Kopf noch einmal ein wenig frei zu bekommen. Ich persönlich empfinde es allerdings eher als störend aus den Spielfluss gerissen zu werden. Nichtsdestotrotz haben wir diese Zeit recht gut genutzt, um uns auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten.

Du bist dieses Jahr äußerst produktiv unterwegs und eine der Stützen im Team. Was merkst du, hat dir dein letztjähriger Aufenthalt bei den Oilers in Finnland mitgegeben?

Spielerisch konnte ich einiges aus Finnland mitnehmen. Aber ich habe gemerkt, dass die Psyche mein größtes Problem nach meiner Rückkehr war. Es war eine anstrengende und frustrierende Zeit sich wieder an den deutschen Floorballalltag zu gewöhnen. Das Jahr bei den Oilers hatte also nicht nur positive Aspekte. Man muss die ganze Sache sehr differenziert betrachten, wenn man meine jetzige Situation, zurück in der Bundesliga, in Augenschein nehmen möchte.

Im anderen Halbfinale trifft Kaufering auf Weißenfels. Haben die Red Hocks den Hauch einer Chance?

Meines Erachtens wird Weißenfels die Serie für sich entscheiden. Kaufering wird sich aber keineswegs frühzeitig ergeben, auf den UHC wird also ein hartes Stück Arbeit zukommen.