„Spielentscheidender Einfluss“

Aus Vor- mach Nachteil - Leipzig startet jetzt mit zwei Auswärtsspielen in die Finalserie gegen Halle. / Foto: PR SC DHfK Leipzig

Aus Vor- mach Nachteil – Leipzig startet jetzt mit zwei Auswärtsspielen in die Finalserie gegen Halle. / Foto: PR SC DHfK Leipzig

Skurrile Premiere. Ein einziger Fehler des zuständigen Schiedsrichterpaars hat zur Folge, dass die erste Partie der Finalserie der 2. Bundesliga zwischen Halle und Leipzig annulliert wurde und nun wiederholt werden muss. Aber warum genau und wo lässt sich im straffen Restprogramm überhaupt ein freies Zeitfenster finden?

„Die beiden waren sich in dem Moment sicher das Richtige zu tun“, analysiert der ehemalige internationale Schiedsrichter Sebastian Döring die Entscheidung des Schiedsrichterpaares Liers und Hofmann. Es habe also aus ihrer Sicht keine Notwendigkeit bestanden, im Regelbuch vor Ort etwas nachzulesen. Ein solcher Schritt sei sonst aber auch kein Zeichen der Schwäche.

„Die beiden wissen selber, dass sie einen schwerwiegenden Fehler gemacht haben und würden sicher auch einiges geben, das ungeschehen zu machen“, meint Döring, der auch in der Ausbildung durch die RSK mitwirkt. „Solche Fehler werden auch von anderen gemacht und ich bin sicher, dass sie ihre Lehren daraus ziehen werden. Wir müssen im Schiedsrichterbereich alle weiter verstärkt daran arbeiten, dass so etwas nicht nochmal passiert.“

Aber was war überhaupt passiert? Im Schlussdrittel des ersten Finalspiels der 2. Bundesliga kassieren die Saalebiber eine Zeitstrafe. Nicht die erste auf beiden Seiten, denn Halle und Leipzig stehen sich nun mit jeweils drei Mann gegenüber. Die Saalebiber spielen sich schnell eine Chance heraus und gehen mit 2:3 in Führung.

Liers und Hofmann lassen nun einen der bestraften Leipziger zurück aufs Feld. Halle moniert, die Schiedsrichter ändern ihre Entscheidung nicht, Leipzig gleicht in Überzahl aus. Am Ende ist es Nils Knothe, der in der Verlängerung Leipzig auch den 5:4-Sieg sichert. Halle legt Protest ein. Mit Erfolg.

Gestern entschied die Verbandsspruchkammer wie folgt: „Aufgrund der Tatsache, dass der SC DHfK Leipzig für sich einen Regelvorteil auf Grund einer Spielerüberzahl durch die Schiedsrichterentscheidung erlangte, kam es zu einem spielentscheidenden Einfluss und/oder Vorteil für eine der am Spiel beteiligten Mannschaft. Dies kommt auch in dem unmittelbaren Torerfolg zum Ausgleich zum Ausdruck (III / 01:44).

Durch die Verbandsspruchkammer wurde mit der Entscheidung vom 15.04.2015 (Az. 001/SPRGK/2015) das Spiel Nummer 7 Play-Off 2. FBL Herren zwischen dem SC DHfK Leipzig und dem USV Halle Saalebiber am 11. April 2015 in Leipzig annulliert und ist am Austragungsort Leipzig (Heimspiel SC DHfK Leipzig) zu wiederholen.

Wegen der Bedeutung der Angelegenheit, den bereits laufenden Spielen zu Auf- und Abstieg in der 1. und 2. FBL Herren sowie den dadurch noch betroffenen weiteren Vereinen wurde durch die Verbandsspruchkammer die aufschiebende Wirkung der durch die Vereine einlegbaren Rechtsmittel gem. § 20 Satz 2 REO entzogen. Diese Entscheidung in der ersten Instanz ist selbstständig im Verfahren vor dem geschäftsführenden Vorstand anfechtbar. Der geschäftsführende Vorstand als finale Rechtsmitteinstanz von Floorball Deutschland hat heute beschlossen die Entscheidung der VSK nicht selbständig anzufechten.

Doch der Kalender ist eng gestrickt. Auch aufgrund des IFF-Wochenendes stehen für ein zusätzliches Spiel eigentlich keine Samstags- oder Sonntagstermine zur Verfügung. Laut SBK-Leiter Jens Zoberbiert werden die ersten beiden Spiele nun in Halle ausgetragen, ein drittes spiel in Leipzig – auf Vorschlag des SC DHfK. Für Leipzig bedeuten zwei Auswärtsspiele in Folge nun einen Nachteil, mit dem der SC DHfK aber laut eigener Facebook-Mitteilung aus organisatorischen Gründen einverstanden ist.