Machtwechsel trifft Serienerfolg

Im Pokalendspiel dominierte Weißenfels, im Finale könnte Grimma überraschen. / Foto: Sascha Reich, floorball deutschland

Im Pokalendspiel dominierte Weißenfels, im Finale könnte Grimma überraschen. / Foto: Sascha Reich, floorball deutschland

In der ersten Partie der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft der Damen gelang Grimma ein nicht ganz erwarteter Heimsieg. In den vorhergehenden Duellen wirkte Gegner Weißenfels zwar überlegen, strauchelte aber nun im denkbar ungünstigsten Augenblick. Schafft der MFBC einen Machtwechsel oder feiert der UHC seinen fünften Titel in Folge?

„Wir waren weit weg von unserer Bestleistung. Es fehlte uns an Aggressivität und vor allem an Geduld“, analysiert Laura Hönicke, doppelte Torschützin im Hinspiel, die Leistung ihres UHC. Insbesondere das Kreieren von Torchancen sei Weißenfels gegen das defensive Grimma sehr schwer gefallen. Und genau daran habe man in der Woche gefeilt.

Laut UHC-Center Laura Neumann sei auch ein entsprechender Druck zu spüren gewesen: „Auf uns lagen sehr hohe Erwartungen, immerhin hatten wir bislang jedes Duell gegen die Damen des MFBC gewonnen, aber das entschuldigt nicht die inkonsequente Chancenverwertung und die Ungenauigkeiten im Passen und der Ballannahme.“

Das Heimrecht könne nun einen feinen Unterschied ausmachen. „Es ist immer ein Vorteil, in jener Turnhalle spielen zu können, in der man auch trainiert, sagt Neumann. Die Sporthalle West habe für sie ein besonderes Flair, auch wenn sie recht klein sei und durch Antlitz und Duft eher DDR-Charme versprühe. „Die Zuschauer sind nah am Spielgeschehen und spornen mit Fangesängen und Trommeln noch mehr an“, meint die Weißenfelserin. Trotz allem, müsse Weißenfels aber sportlich überzeugen.

„Die erste Partie war ein Spiel auf Augenhöhe“, meint Grimmas Kapitänin Sonja Dietel. Man habe bewusst versucht, aus den eigenen taktischen Fehlern des Pokalfinals zu lernen und sich auf seine Stärken in der Defensive zu konzentrieren. „Die knappen Niederlagen im letzten Jahr, Pokal-Endspiel in der Verlängerung und drei Finals um die Deutschen Meisterschaft, nachdem wir ebenfalls das erste Spiel knapp gewonnen hatten, haben jeder Spielerin immer wieder einen kleinen Knick verpasst“, sagt Dietel.

Sprüche, wie „die Grimmaerinnen können einfach kein Finale spielen“, seien schmerzhaft, erzählt die Center-Spielerin, anhand der vergangenen Jahre aber nachvollziehbar. „Im Showdown dieses Wochenende werden wir definitiv noch eine Schippe drauflegen müssen“, schätzt Dietel das laufende Duell ein und ist zuversichtlich, dass es diesmal klappen wird.

„Weißenfels wird es uns mit Sicherheit nicht leichter machen als vergangenes Wochenende“, ergänzt Team-Kollegin Lisa Glaß. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen können.“ Im Hinspiel habe sie vor allem die eigene Schlussfrau beeindruckt. „Ali (Alexandra Nickel; die Red.) hat im Tor ein verdammt gutes Spiel gemacht.“ Das dürfe sie auch dieses Wochenende wiederholen.