Penzhorn: „Kurzfristig Ligaerhalt, langfristig Europapokal“

Mit 25 Toren und 26 Vorlagen aus 12 Spielen produktivster Leipziger in der Ligaphase - Ingmar Penzhorn. / Foto: SC DHfK Leipzig PR

Mit 25 Toren und 26 Vorlagen aus 12 Spielen produktivster Leipziger in der Ligaphase – Ingmar Penzhorn. / Foto: SC DHfK Leipzig PR

Der SC DHfK Leipzig ist zurück in der 1. Bundesliga und mit ihm seine Galionsfigur Ingmar Penzhorn. Der 35-Jährige gehörte wieder zu den produktivsten Akteuren. Die Königsklasse lässt sich Penzhorn jedenfalls nicht entgehen. „Den blinden Böttcher tunnele ich auch noch mit 40“, sagt die „Cobra“.

Floorballmagazin: Inge, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg! Was hat euch leistungstechnisch in den zwei Spielen von Halle abgesetzt?

Merci, merci. Entscheidend waren ganz klar der Wille und die entstandene „Jetzt-Erst-Recht-Mentalität“ nach der Annullierung. Spielerisch waren das nicht unsere besten Matches, aber der Sieg im Sudden Death in Bremen hat das Team unheimlich zusammengeschweißt. Wir hatten so viele Rückschläge in der Saison. Viele Leistungsträger, die verletzt ausfielen. Junge, hungrige Spieler sind dann in die Bresche gesprungen. Und alle haben einfach dran geglaubt, keiner hatte Zweifel, dass wir gewinnen.

Die ursprünglich gewonnene erste Partie wurde annulliert. Konntest du die Entscheidung der VSK nachvollziehen?

Ehrlich gesagt, nein. Tatsachenentscheidungen gehören zum Sport. Wegen Kießlings Phantomtor gab’s auch keine Wiederholung. Man will auch die Schiedsrichter mehr schützen, setzt sie durch diese Entscheidung aber vielmehr unter Druck, bei kniffligen Sachen auf einmal das Regelbuch während des Spiels rauszuholen. Das macht unseren Sport ein Stück weit unprofessionell, aber da gibt’s sicher verschiedene Meinungen.

Entscheidung in Spiel drei

Danach hattet ihr ja euer Heimspiel in gewisser Weise freiwillig geopfert. War das nicht ein unnötiges Risiko?

Klar war das ein Risiko, aber das Team hat so abgestimmt. Wir wären ja auch in Terminnot gekommen. Viele hatten schon die weiteren Wochenenden verplant. Aber wie schon gesagt, alle haben sich einfach gedacht, hey, jetzt erst Recht. Wir wussten, dass wir auch zweimal in Halle gewinnen können, so wie in der Saison auch schon. Egal, wer auf der Platte steht, wir holen uns jetzt den Aufstieg. Ich denke, aus dieser Konstellation heraus ist es erst Recht verdient.

Du hattest ja das zweite Spiel etwas früher beendet. Rote Karte.

Ich habe ja wegen meiner Knieverletzung sowieso nur Überzahl gespielt. Dann wurde eben von Halle mein Stock zur Überprüfung gebeten. Die Kelle sollte zu stark gebogen sein. Ich kann mir das selber nicht erklären. Jemand muss wohl draufgetreten sein (lacht). Nein, im Ernst, ich lag leicht über den 3 Zentimetern. Normalerweise überprüfe ich das zuhause. Aber wer weiß, vielleicht Sabotage. Passiert mir sicher nicht nochmal, obwohl ich schlägertechnisch schon ein Freak bin.

Während des Playoff-Finals feierte Penzhorn seinen 35. Geburtstag. / Foto: SC DHfK Leipzig PR

Während des Playoff-Finals feierte Penzhorn seinen 35. Geburtstag. / Foto: SC DHfK Leipzig PR

Und nächstes Jahr die Playoffs in der 1. Bundesliga? Es gab mal Zeiten, da stand der CFC im Finale. Könnte soetwas wieder klappen?

Das waren noch Zeiten. Naja, schwer zu sagen, man weiß nie, was für Maschinen wir alle im Sommer werden. Das Entscheidende für den Qualitätsschub wird die Rückkehr einiger Spieler aus Verletzungs- und Auslandspausen sein – Nici Kujat, Christian Hollmichel oder Thaddl Jassmann. Auch der Bruns hat uns ja des Öfteren gefehlt. Alles Riesenspieler, die uns auf ein anderes Level heben. Wir sind diese Saison nicht ein einziges Spiel komplett gewesen. Dann schauen wir, ob noch ein paar andere gute Jungs Bock haben, bei uns den nächsten Schritt zu machen. Mein alter Kumpel Stefan Norling von Djurgardesn wäre geil und den Sundstedt kann er dann auch gleich mitbringen. Aber dafür müssten wir wohl mit Red Bull Leipzig fusionieren. Die Playoffs werden schwer. Die meisten von uns kennen die Liga nicht und werden noch ein bisschen Zeit brauchen. Kurzfristig Ligaerhalt, langfristig Europapokal.

Die Cobra bleibt aber dabei, oder?

Wenn das MRT am Freitag nichts schlimmes bringt – schließlich ist es das schon lädierte Knie von damals – mach ich weiter. Vielleicht bin ich nicht jede Auswärtsfahrt wegen Tochter und Familie dabei, aber sonst wär mir ja auch langweilig. Wo liegt nochmal der Altersrekord in der Bundesliga? Und den blinden Böttcher tunnle ich auch noch mit 40. Der Kader wird aber auf jeden Fall aufgestockt – ob qualitativ wird sich zeigen, aber unsere jetzigen Spieler sind ja alle noch recht jung. Die haben ihre besten Jahre noch vor sich. Hauptsache der Börner macht weiter, der gehört auch in der ersten Liga zu den Besten, aber auch ihn wird die Langeweile wieder auf die Platte treiben.