Berger: „Positive Veränderung“

Gibt seit 2013 bei den deutschen Junioren den Ton an - Thomas Berger. / Foto: floorball deutschland

Gibt seit 2013 bei den deutschen Junioren den Ton an – Thomas Berger. / Foto: floorball deutschland

Die deutsche U19 gehört unter dem Schweizer Thomas Berger zu den Favoriten der B-Division. In der Gruppe warten Japan, Estland und Australien. Die größte Hürde im schwedischen Helsingborg wird vermutlich Dänemark heißen. „Wir schauen nicht weiter als auf die nächste Aufgabe“, sagt Berger.

Als wir vor etwas über einem Jahr mit „Berger: ‚Total desillusioniert'“ titelten, machten sich viele Sorgen um die Zukunft der U19. Scheinbar gab es danach aber einen Ruck. Wie sah die Entwicklung danach aus?

Thomas Berger: Wir haben uns in der Tat einige Gedanken gemacht nach den Länderspielen in Dänemark. Ab April konnten wir dann eine Veränderung zum Positiven spüren, welche sich bis zum heutigen Zeitpunkt kontinuierlich verstärkt hat.

Die Mannschaft kann auf verhältnismäßig viele Spieler zugreifen, die im Bundesliga-Alltag ausreichend Spielzeit bekommen. Ist das ein spürbarer Vorteil?

Jeder Spieler, der auf möglichst hohem Niveau spielt, bringt bessere Voraussetzungen mit. Idealerweise spielt aber jeder auf dem Level, welches für seine Entwicklung die beste Voraussetzung mitbringt. Und das muss nicht zwingend die Bundesliga sein.

Erkennst du störende Muster bei der Ausbildung junger Spieler in deutschen Vereinen, die behoben werden müssen? Was könnten Vereine besser machen, welche Schwerpunkte sollten sie verschieben, um die Jungs leistungsorientierter auszubilden?

Störendes kann ich nicht erkennen. Es ist aber so, in der Ausbildung der Spieler müssten aus meiner Sicht folgende zwei Schwerpunkte deutlich mehr gewichtet werden: Basistechnik, also Passen, Ballkontrolle und Schuss sowie Physis, vor allem Kraft und Schnelligkeit. Diese Elemente müssen sehr konsequent und möglichst oft im Alltag Eingang finden.

In Helsingborg warten in der Gruppe Japan, Estland und Australien. Der stärkste Konkurrent heißt Dänemark. Eigentlich eine lösbare Aufgabe auf dem Weg zum Aufstieg. Was werden die größten Herausforderungen für das Team sein?

Der stärkste Konkurrent ist immer jener, der als nächster auf uns wartet. Wir schauen nicht weiter voraus als auf unsere nächste Aufgabe. Der Staff wird natürlich alle möglichen Varianten vorbereiten und das Team entsprechend möglichst optimal auf diese bevorstehende Aufgabe vorbereiten. Wir haben selber die Möglichkeit, B-Meister zu werden. Daran arbeiten wir mit all unseren Möglichkeiten.

Die Leistungen am Polish Cup haben das Potenzial des Teams offenbart. Wie viele Jahre wird es noch dauern bis Deutschland an die Top4 wirklich anschließt und was müssen die nächsten Schritte sein?

Wir haben den Spielern immer mitgegeben, dass sie zuerst A-Divisions-Niveau erreichen müssen, bevor wir als Team auch in die A-Division aufsteigen werden. Ob wir das geschafft haben, dieses Niveau zu erreichen, werden wir in dieser Woche sehen. Das Gleiche gilt dann auch beim Anschluss an die Top4. Zuerst muss jeder Spieler dieses Niveau in jedem Training und Spiel erreichen, erst dann können wir uns mit solchen Gegner messen.

Neben den sportlichen Planungen, wie bereitest du dich eigentlich als Coach auf eine WM vor?

Die Situation ist für mich sportlich ja nicht neu. Da weiss ich genau, was es braucht und wie ich mich vorbereiten muss. Was für mich neu ist, ist dass ich wirklich sehr viel Zeit, Energie und leider auch finanzielle Mittel in die Organisation der WM stecken musste. Das hat mich deutlich mehr gefordert, als ich gedacht habe. Natürlich hoffe ich, dass ich trotzdem noch optimal auf meine Aufgabe als Coach vorbereitet bin.