Bundesliga Vorschau 15/16

Leipzig (rot) kann Kader verwalten, Kaufering (weiß) muss bluten. / Foto: Luisa Mocker, MFBC PR

Leipzig (rot) kann Kader verwalten, Kaufering (weiß) muss bluten. / Foto: Luisa Mocker, MFBC PR

Das Transferkarussell hat in diesem Sommer die Karten der zehn Bundesligisten ordentlich durchgemischt. Trotzdem dürfte sich an den Kräfteverhältnissen in der deutschen Königsklasse erst einmal wenig ändern. Eine Vorhersage.

UHC Weißenfels
Der Meister macht keine Anstalten seine Vorherrschaft abzugeben. Mit der Rückkehr von Hoffmann und Brückner und den Zugängen von Soini und Käsmä, dürfte der Kader an Offensivkraft sogar hinzugewinnen. Außerdem bleibt Spielmacher Eskelinen. Der war bei der Konkurrenz zwar so beliebt wie Fußpilz, für den UHC stellte er aber eine unbezahlbare Konstante dar, die den Double-Sieger aus gelegentlichen Krisenphasen herausriss. Der Wechsel von Naumannen auf den Posten des Spielertrainers dürfte ebenfalls für frischen Wind auf der Bank sorgen.
Titelkurs: 1:2

Red Devils Wernigerode
Wernigerode verbuchte im Sommer mit Kyllönen und Kiikkala wichtige Transfers. Der Zugang des Tschechen Petr Sramek, einem erfahrenen Extraliga-Keeper, soll aber trotz Transfer-Antrag abgesagt sein. Die Devils testeten zuletzt fürs Tor den Finnen Jukola, die Rückkehr von Ecklebe und eine Doppelrolle von Gary Blume sind im Augenblick aber wahrscheinlicher. Gerade die Torhüterfrage sowie die Akzeptanz des 23-jährigen Blumes auf der Trainerbank könnten in dieser Saison ausschlaggebend sein.
Titelkurs: 1:5

MFBC Leipzig
Nach einer schwachen Saison rüstete auch Leipzig ordentlich auf und verbuchte die zwei vermutlich schlagkräftigsten Transfers des Sommers. Hruby, ehemaliger tschechischer Nationalspieler, und Koivistoinen, 13/14 bereits als Leipzigs Topscorer aktiv, stocken die Offensive auf. Hauska, Leino und Ahokas gehen, Ronkanen bleibt. Ob es dem Trainerpaar Friedrich-Persson diese Saison gelingt Konstanz ins Leipziger Spiel hineinzubringen, wird vor allem von der Entwicklung der Abwehrreihen abhängen, die in der Vorsaison nicht überzeugen konnten.
Titelkurs: 1:5

BAT Berlin
Mit den Abgängen von Hauser, Kratochvil und Vaicis geht dem Bronze-Team des Vorjahres viel Defensivkraft verloren, die auch wichtige Offensivpunkte beitrug. Weitere Wackelkandidaten blieben Coach Krohne aber erhalten und mit den neuen finnischen Zugängen Hietala, Wright und Savolainen dürfte die zum Saisonende hin strauchelnde Offensive an Schwung gewinnen. Um Anschluss an die Medaillenränge zu halten, werden die Tore von Lukas Brockmann nämlich nicht mehr reichen. Dieser bekommt übrigens Gesellschaft von seinem Bruder Lars, der die Berliner Abwehr unterstützen wird.
Titelkurs: 1:10

TV Lilienthal
Die finnischen Zugänge des TV Lilienthal lieferten in der vergangenen Saison hingegen mäßige Schlagzeilen – wir titelten „Elvis has left the building“. Dieses Jahr soll alles anders werden. Aus Finnland kommt Tuomas Rautio, wobei der eigentliche Toptransfer einen deutschen Pass besitzt und Janos Bröker heißt. 14/15 verbuchte der Nationalspieler im Bonner Dres 28 Tore und 21 Vorlagen und war damit produktivster Deutscher in der Bundesliga. Mit etwas mehr defensiver Konstanz könnte sich Lilienthal als Playoff-Dauerteilnehmer etablieren.
Titelkurs: 1:20

Floor Fighters Chemnitz
Der beeindruckende Auftritt der Floor Fighters beim heimischen final4 und die spannende Viertelfinal-Serie gegen Berlin deuteten an, dass Chemnitz den Anschluss geschafft hat. Die schmerzvollen Abgänge dieses Sommers könnten die junge Truppe wieder zurückwerfen. Neben Hoikkala und Pekkala, die in den Playoffs nicht zu überzeugen wussten, verliert Chemnitz vor allem Schlussmann Aromaa, der für Qualität im Tor sorgte. Auch Publikumsliebling und Schlüsselspieler Kapucian verließ den Verein. Mit Larkela, Manninen und Kirjavainen legen auch die Floor Fighters auf finnische Weise nach und werden zum Überraschungsei der Liga.
Titelkurs: 1:20

Red Hocks Kaufering
Die Bayern haben den schwersten Aderlass aller Bundesligisten hinter sich. Von Pritzbuer, Hoidis, Hanic, Joscak, Coach Huber und viele weitere Spieler haben den Kader verlassen. Die Zugänge halten sich mit Berlins Hauser und Rohrdorfs Tiefenthaler in Grenzen. Rasso Schorer rückt als Assistenztrainer in die Rolle des Chefs und wird zügig einen Weg finden müssen, sein Team konkurrenzfähig zu halten. An Medaillen wird man in Kaufering in diesem Jahr erstmal nicht denken müssen. Das Ziel heißt „Klassenerhalt“.
Titelkurs: 1:30

SC DHfK Leipzig
Leipzigs Rückkehr in die 1. Bundesliga weckt Neugier. Bei den ersten Auftritten überzeugte der SC DHfK, am Renew Cup gab es starke Leistungen gegen die neue Erstligakonkurrenz. Erfahrene Ex-Bundesligisten wie Knothe und Penzhorn werden von gereiften Nachrückern ergänzt. Im Tor pariert noch immer Dauerbrenner Börner. Um sich in der Liga halten zu können, werden die Leistungen der Altmeister aber nicht reichen. Die Generation um Kujat und Rückkehrer Jassmann hat jedoch genug zu bieten und wird liefern müssen.
Titelkurs: 1:30

ETV Piranhhas Hamburg
Dank Routine und nordischer Gelassenheit sicherte sich der ETV in der Relegantion 14/15 die Ligazugehörigkeit. Dieses Jahr dürfte es für die Hanseaten noch um einiges schwieriger werden. Trainer Johan Nilsson zog sich im Sommer zurück, Topscorer Hoffmann wechselte nach Weißenfels, Schlussmann Druminski nach Schenefeld. Schlechte Karten für eine Mannschaft, die von einer abgestimmten Taktik, einem effizienten Sturm und einem sicheren Schlussmann abhängig ist.
Titelkurs: 1:50

Saalebiber Halle
Eigentlich sollte Halle eine weitere Saison für Liga zwei planen. Eigentlich. Die Igels Dresden zogen sich aufgrund ihrer katastrophalen Personalsituation aus der Königsklasse zurück und ebneten damit den Weg für die Saalebiber. In der Relegation sowie auch im Pokal hatte Halle bewiesen, dass man mit den Topteams mithalten kann und startet somit völlig zurecht in Liga eins. Ohne erfahrene Zugänge übernehmen die Saalebiber aber die Rolle eines klaren Abstiegskandidaten, der nur positiv überraschen kann.
Titelkurs: 1:100