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Großer Triumph - Schriesheim putzt Erstligist Hamburg mit 9:2. / Foto: Thorsten Janz, Sport- und Eventfotografie

Schriesheim putzt Erstligist Hamburg mit 9:2. / Foto: Thorsten Janz, Sport- und Eventfotografie

Schriesheim dominiert in der 2. Bundesliga und ist spätestens seit dem Pokalerfolg gegen Hamburg klarer Aufstiegskandidat. Für Alex Burmeister wäre die Königsklasse das Ziel eines langen Weges. Der Mannschaftskapitän hat sich darüberhinaus mit 21 Jahren auch zum Leistungsträger der Nationalmannschaft gemausert.

Floorballmagazin: Sechs Spiele, sechs Siege. Schriesheim dominiert in der 2. Bundesliga. Die Ex-Bundesligisten Döbeln und Dresden liegen abgeschlagen hinter euch, im Pokal habt ihr den ETV Hamburg demontiert. Seid ihr jetzt schon bundesligareif?

Alex Burmeister: Wir suchen immer nach neuen Herausforderungen. In der 1. Bundesliga haben wir nichts zu verlieren. Schlimmstenfalls steigen wir wieder ab und haben eine Menge an wertvollen Erfahrungen gesammelt. Meiner Meinung ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, diesen Schritt zu wagen.

Manche Vereine hatten viel Respekt in die Königsklasse aufzusteigen. Entweder aus sportlichen Gründen, aus finanziellen oder aus administrativen. Solltet ihr euch sportlich qualifizieren, würdet ihr den Aufstieg wahrnehmen?

Intern ist es bei uns noch nicht vollständig geklärt. Aber die Zeichen stehen gut und alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir in allen Bereichen erstligareif werden.

Das 9:2 gegen Hamburg war sensationell. Hat an dem Tag durch Zufall alles gepasst oder war das eine übliche Leistung?

Es war sicherlich kein Zufall, dass wir gegen einen Gegner wie Hamburg auf Augenhöhe mitspielen konnten. Wir sind eine extrem junge Truppe, die in den letzten zwei Jahren eine herausragende Entwicklung genommen hat. Hinter diesem Erfolg streckt viel Arbeit und Vorbereitung.

Das Trio Burmeister, Künnecke und Burmeister dominiert die Liga. Was zeichnet Euch spielerisch besonders aus?

Wir drei haben ein sehr ähnliches Verständnis davon, wie das Spiel funktioniert. Jeder weiß wo der andere gerade steht und wo er selbst zu stehen hat. Es macht Spaß mit den beiden zu spielen und wir profitieren gegenseitig voneinander.

Du hast dich in der Schweiz weiterentwickelt und kehrtest als gestandener Nationalspieler in die 2. Bundesliga zurück. Die Topvereine eine Klasse höher hätten sich gefreut. Warum der vermeintlich Rückschritt?

Für mich war das alles andere als ein Rückschritt. Es ist Herausforderung auf einer anderen Ebene. Meinem Heimatclub durch meine internationale Erfahrung weiterzubringen und mit ihm in die 1. Bundesliga aufzusteigen, das war immer mein Wunsch. Nun ist dies hoffentlich nicht mehr so weit entfernt.

Alex Burmeister mit 18 Toren und 27 Vorlagen in 6 Spielen. / Foto: Thorsten Janz, Sport- und Eventfotografie

Alex Burmeister mit 18 Toren und 27 Vorlagen in 6 Spielen. / Foto: Thorsten Janz

Anfang Februar steht die WM-Quali an. Die Muchas und Holtz sind raus. Kann das Team trotzdem international bestehen und seine Auftritte zumindest von der letzten Weltmeisterschaft wiederholen?

Man kann wohl nicht abstreiten, dass mit Dominic, Manuel und Fredrik ein ganzes Stück Qualität, sowohl auf als auch neben dem Feld, fehlen wird. Aber ich glaube, dass unser Team den nötigen Ehrgeiz hat, diese Lücken zu füllen. Jetzt steht erst mal die WM-Qualifikation im Vordergrund. Der Weg bis zur Weltmeisterschaft im Dezember ist noch lang.

Der öffentliche Streit zwischen den Muchas und Bundestrainer Soutter hat einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Ist das Thema gegessen oder müssen im Team noch Sachen aufgearbeitet werden, bevor die Quali starten kann?

Das Thema ist durch. An dieser Stelle sollten wir alle wieder den Fokus auf das Wichtigste legen, den Sport.