Ab nach vorne

Eskelinen (l.) gegen Ibold (r.). Foto: Stefanie Dabrowski | reddevils.org

Eskelinen (l.) gegen Ibold (r.). Foto: Stefanie Dabrowski | reddevils.org

Nach einem mürrischen Saisonauftakt ist Wernigerode wieder in der Spur. Auch dank Nationalspieler Ramon Ibold. Gegen Kaufering netzte der Verteidiger doppelt ein und Berlin darf sich warm anziehen. Ibold erklärt auch, warum man ihn so häufig weit vor seiner Abwehrposition findet.

Floorballmagazin: Der Saisonstart war mäßig bis schwach. Warum hat es so lange gedauert, in die Gänge zu kommen?

Ramon Ibold: Das ist wahr. Der Start war alles andere als optimal. Wir hatten große Schwierigkeiten mit unserem recht jungen und neu strukturierten Team den Ligaalltag erfolgreich zu bewältigen. Das lag an zahlreichen personellen Veränderungen auf dem Feld, als auch hinter der Bande. Die letzten Spiele zeigen allerdings, dass die Mannschaft den richtigen Weg eingeschlagen hat. Es bleibt abzuwarten, was diese Saison möglich sein wird.

In der Winterpause sind die Kollegen Jousi und Saariokari abgewandert und bald stößt der finnische Keeper Jokela zum Team. Welchen Einfluss hat das auf den spielerischen Charakter der Mannschaft?

Jousi und Saariokari haben definitiv für Stabilität gesorgt. Ich persönlich bedauere die Abgänge sehr. Mit Jokela haben wir nun mehr Flexibilität auf der Torhüterposition, was vor allem den Trainingseinheiten gut tun wird. Der Einfluss auf unser Spiel wird sich dennoch in Grenzen halten.

Gegen Kaufering lief es prächtig. Am Samstag steht das Pokal-Viertelfinale gegen Berlin an. Was zählt gegen die Hauptstädter?

Es zählt nur der Sieg (lacht).

Ibold netzte bislang in neun Spielen neunmal ein. / Foto: Stefanie Dabrowski | reddevils.org

Ibold netzte bislang in neun Spielen neunmal ein. / Foto: Stefanie Dabrowski | reddevils.org

Eigentlich bist du Abwehrspieler, landest aber häufig auch auf dem Flügel. Auf welcher Position fühlst du dich eigentlich am Wohlsten?

Definitiv auf der linken Verteidigerposition. Aber dadurch, dass das Aufbauspiel bei mir wenig Interesse weckt, zieht es mich oft mit nach vorne. Ich spiele gerne in der gegnerischen Hälfte.

Anfang Februar steht die WM-Quali ins Haus. Schweiz, Polen, Spanien und Großbritannien stehen auf dem Programm. Eigentlich eine lösbare Aufgabe, oder?

Wenn wir als Mannschaft spielerisch weiter zusammenwachsen, sollten wir das Turnier erfolgreich beenden können. Schaffen wir das nicht, könnten selbst die Spiele gegen vermeintlich schwächere Nationen eine Hürde darstellen. Ich denke aber schon, dass genügend Qualität in unserem Team steckt, um diese Woche zufriedenstellend zu absolvieren.

Du hast dein „Auslandsjahr“ bereits hinter dir. Aber lockt es dich, noch einmal in einer europäischen Topliga aufzulaufen? Oder haben die heimischen Pflichten erst einmal höchste Priorität?

Zunächst läuft mein Vertrag mit Wernigerode noch bis zum Ende der nächsten Saison. So lange wird es keine Wechsel geben. Auch nicht ins Ausland. Ich habe mir vor meiner Rückkehr lange Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll. Damals habe ich mich gegen weitere Jahre in Finnland und für ein Studium in Deutschland entschieden. Sport, Studium, Arbeit und Familiäres waren nicht miteinander zu vereinbaren. Ich habe schon seit längerem eine Tendenz bezüglich meiner weiteren sportlichen Laufbahn. Dazu möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Auskünfte geben.