Naumanen: „Jeder darf uns gerne kopieren“

Ließ vergangene Playoffs richtig wachsen - Harri Naumanen. / Foto: Matthias Kuch, floorball-pics.de

Ließ vergangene Playoffs richtig wachsen – Harri Naumanen. / Foto: Matthias Kuch, floorball-pics.de

Weißenfels dominiert die Liga wie nie zuvor. Harri Naumanen darf mit seiner Truppe zufrieden sein und nimmt die Konkurrenz in die Pflicht. Der finnische Spielertrainer über seine Doppelrolle, hohe Ansprüche und Ölmalerei.

Floorballmagazin: Gratulation zum klaren Sieg gegen Wernigerode. In zehn von euren elf spielen habt ihr deutlich zweistellig gewonnen. Dieses Jahr schein es keinen ernsthaften Gegner für euch zu geben.

Harri Naumanen: Danke, es war ein wirklich gelungenes Spiel am Wochenende. Aber ich bin mir sicher, die schweren Spiele kommen noch.

Vier Tore, Man of the Match. Wie gehst du mit der Doppelrolle als Spielertrainer um? Was würdest du anderen Spielern empfehlen, die eine ähnliche Aufgabe zu stemmen haben?

Zunächst einmal würde ich jedem empfehlen, eine solche Doppelrolle zu meiden. Damit das perfekt funktionieren kann, bedarf es besonderer Umstände. Hier funktioniert es nur, weil das Team funktioniert. Wir haben genug Erfahrung und Führungskraft, um damit als Mannschaft umgehen zu können. Meine Aufgabe ist es im Grunde nur den Plan für unsere Trainings und Spiele zu entwerfen, damit niemand im späteren Verlauf von irgendetwas überrascht ist.

Jetzt bist du schon seit einer Weile in der Bundesliga unterwegs. Was hat dich an ihr überrascht, was eher enttäuscht?

Viele Vereine machen ihren Job sehr gut. Es gibt genug Zuschauers und deshalb kann die Sportart schrittweise wachsen. Auf der anderen Seite gibt es Orte, an denen es für die Spieler ein nettes Hobby ist und nicht mehr. Ohne größere Pläne für die Zukunft.

Naumanen verbuchte zuletzt 17 Tore und 11 Vorlagen in 11 Partien. / Foto: Matthias Kuch, floorball-pics

Naumanen verbuchte zuletzt 17 Tore und 11 Vorlagen in 11 Partien. / Foto: Matthias Kuch, floorball-pics

Obwohl Weißenfels schon im vergangenen Jahr dominiert hat, wurde der Kader im Sommer nochmal ordentlich aufgestockt. Wäre es nicht vielleicht ratsam, hierbei etwas herunterzuschalten, um wieder mehr Spannung in den Wettbewerb zu bekommen? Letztendlich auch im Interesse des UHC und seiner Fans.

Ich würde eher behaupten, man müsse beobachten, wie sich die anderen Vereine jetzt verhalten. In Schweden und Finnland war es häufig so, dass ein Verein über einen bestimmten Zeitraum die Liga kontrolliert und den Takt vorgegeben hat. Die anderen Teams mussten einen Weg finden, um nachzuziehen und ihr eigenes System zu entwickeln. Es ist ja nicht so, als ob wir mir Zaubertricks arbeiten würden oder besondere Geheimnisse zu unserem System oder unserer Organisation hüten würden. Jedem Team steht es frei, uns zu kopieren. Und ich hoffe wirklich, dass andere Teams diesen nächsten Schritt wagen, damit das Niveau der Liga das nächste Level erreicht.

Du kamst vom finnischen OLS nach Weißenfels. Wie unterscheidet sich der UHC von deinem Heimatverein?

Eine Sache ist mit Sicherheit die Einstellung der Spieler. In Finnland pflegen sie einen professionelleren Umgang mit dem Spiel, auch wenn es eine Amateursportart ist. Sie verbringen viel mehr Zeit damit, ihre eigenen Grenzen in Frage zu stellen, ihre Skills und körperlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Außerdem ist die Konkurrenz auch um einiges schärfer. In Weißenfels haben wir dafür eine wirklich gute Struktur hinter den Spielern. Wir haben diese große UHC-Familie, die großartig ist und eine Atmosphäre schafft, die ich sonst nirgens erlebt habe.

Was füllt außerhalb des Floorball-Feldes dein Leben in Weißenfels? Hast du vor, länger zu bleiben?

Im Augenblick kostet mich Floorball sehr viel Zeit. Aber wenn ich etwas Freizeit habe, dann male ich gerne mit Ölfarben. Oder mache ähnliche Sachen. Was nach diesem Jahr kommt, weiß ich noch nicht. Im Augenblick ist alles fein so wie es ist.