Nur noch Endspiele

15 Tore und 11 Vorlagen in 11 Spielen - Lukas Hruby. / Foto: MFBC Leipzig PR

15 Tore und 11 Vorlagen in 11 Spielen – Lukas Hruby. / Foto: MFBC Leipzig PR

Die kommende Partie in Berlin ist für den MFBC mehr als ein Sechs-Punkte-Spiel. Leipzig steckt fest und der Strich ist weit entfernt. Trotzdem ist Spielmacher Lukas Hruby davon überzeugt, dass der MFBC in die Playoffs kommt. Und Dampfwalze Weißenfels? „Jeder Gegner ist schlagbar“, sagt der Tscheche.

Floorballmagazin: Lukas, Leipzig war immer Titelkandidat. Dieses Jahr tut man sich aber äußerst schwer. Warum kommt ihr nicht in die Gänge? Der Kader scheint ziemlich stark zu sein.

Lukas Hruby: Das lässt sich nicht auf ein Problem reduzieren. Meistens ist das ein Zusammenspiel zahlreicher, kleiner Unzulänglichkeiten, die sich dann eben gemeinsam auswirken. Ich persönlich sehe das größte Problem in der mangelhaften Trainingspräsenz. Wir haben drei Einheiten, aber höchstens bei einer kommen mehr als 20 Spieler der 27 lizensierten. Sonst sind es um die zehn. Das hat Einfluss auf die Qualität. Es ist natürlich schwierig, jemanden zu zwingen, wenn er aus beruflichen oder familiären Gründen passen muss. Floorball ist in Deutschland eben immer noch eine reine Amateursportart. Jedem muss aber bewusst sein, dass wenn er nicht ausreichend trainiert, Physis fehlt. Im Spiel führt das zu unnötigen Fehlern, die unsere Gegner sofort bestrafen. Bei uns sagt man, „alleine gewinnt sich das Spiel nicht“.

Das Betreuerteam hat sich etwas gewandelt. Du bis jetzt ein Mitglied davon.

Ja, ich bin ein Mitglied, aber eher in beratender Funktion. Meine Aufgabe ist es, den Gegner zu analysieren und taktische Sachen zu konsultieren. Nach Absprache mit Mattias Persson habe ich mit dem Rest nichts zu tun. Ich bin der Meinung, ein Spieler sollte spielen.

Du bist aus der tschechischen Extraliga nach Deutschland gewechselt. Was hat dich in die Bundesliga gelockt?

Die Verlockung war eher beruflicher Natur. Ich wollte hier neue Erfahrungen sammeln und meine Sprachfertigkeiten verbessern.

Und was hältst du vom Wettbewerb?

Ich konnte bislang natürlich nur die Bedingungen in Leipzig kennenlernen. Aber grundsätzlich sind die Unterschiede groß. Beispielsweise musst du in Tschechien mindestens bei 75 % der Trainings am Start sein. Hier ist es eher eine Art „Einladung“. Für die Leute ist es ein Hobby, dem ich in meiner Freizeit nachgehe und keine Spitzenliga, die ich gewinnen möchte. Das andere ist der Einsatz. Vielleicht irre ich mich, aber wenn ich einen Einsatz von 40 bis 60 Sekunden habe, dann gebe ich alles und wenn ich wechsle, dann weil ich erledigt bin und nicht nur, weil der Trainer ruft. Hier scheinen sich viele zu schonen und sie wollen die letzten zwei Schritte einfach nicht machen. Das ist sehr schade, weil viele Jungs ein riesiges Potenzial haben, aber es einfach nicht verkaufen können. Organisatorisch hakt es scheinbar im Nachwuchsbereich. Damit meine ich die gesamte Struktur. Also, wie ich Floorball in die Schulen bekomme und ähnliches. Es fehlt an einer Basis. Aber das ist, glaube ich, eher eine Angelegenheit des Verbandes und weniger der Teams.

Von nix, kommt nix - Hruby fordert mehr Einsatz. / Foto: MFBC Leipzig PR

Von nix, kommt nix – Hruby fordert mehr Einsatz. / Foto: MFBC Leipzig PR

Wie wirkt sich dein bisheriger Aufenthalt auf dein eigenes Spiel aus.

Leider eher negativ. Die geringere Anzahl an Trainingseinheiten hat natürlich Auswirkungen auf meine Leistungen. Ich weiß, was ich kann und deshalb ist es für mich offensichtlich, dass ich auch in meiner Freizeit nachlegen muss, um mich bis zu den Playoffs zu steigern.

Am Wochenende steht Berlin an. Schlüsselspiel um die Playoffs?

Die Chancen sind immer noch da. Natürlich ist jetzt jedes Spiel enorm wichtig für uns. Wir müssen überall Punkte sammeln und am Ende stehen wir in den Playoff. Dessen bin ich mir absolut sicher.

Auch in schwächeren Saisons war Leipzig der gefährlichste Herausforderer der Weißenfelser. Dieses Jahr dominiert der UHC wie vielleicht noch nie zuvor. Kann man aus einem solchen Duell trotzdem siegreich hervorgehen?

Jeder Gegner ist schlagbar. Man muss sich nur richtig auf ihn vorbereiten.

Wie gefällt es dir in Leipzig? Blickst du häufig auf deine Zeit bei Vitkovice zurück?

Leipzig ist wunderbar. Auch die Leute im Umfeld. Ich bin sehr zufrieden hier. Nach einem letzten Bewerbungsgespräch hoffe ich nur noch auf meinen ersehnten Job. Aber natürlich fehlt mir Ostrava und insbesondere die Zeit bei Vitkovice. Das war eine geile Bande.