Große Erwartungen

Mit Zug zum Tor - Suuronen und seine Grün-Weißen. / Foto: DJK Holzbüttgen PR

Mit Zug zum Tor – Suuronen und seine Grün-Weißen. / Foto: DJK Holzbüttgen PR

Im Schatten des Establishments hat sich der DJK Holzbüttgen zu einem Großverein gemausert. Knapp 200 Mitglieder, die Herren Aufstiegskandidat für die Königsklasse, die Jugend breit aufgestellt vom U17 bis in den U7-Bereich. Eines Tages will man auf Augenhöhe mit den Topteams sein. In vielen Belangen ist es Holzbüttgen bereits.

Vor ziemlich genau fünf Jahren hatten wir im Floorballmagazin über den „Musterknaben“ DJK Holzbüttgen berichtet. Wir schrieben über einen Verein, der einst aus den Ruinen des 1. UHC Düsseldorf entstanden war und der am Anfang einer gut durchdachten Reise stand. Heute belegen die Grün-Weißen den zweiten Platz in der Bundesliga Nord/Ost, sind Aufstiegskandidat in Liga eins und bieten mit ihren Verein ein umfassendes Sportprogramm für 180 Mitglieder.

„Die allermeisten DJKler sind tatsächlich aktive Spieler“, erklärt Abteilungsleiter Philip Jesse. Von der U9 bis zur U17 werde in jeder Jugendaltersklasse trainiert. Aktuell könne man sich vor allem über einen Zustrom junger, weiblicher Sportler freuen und in Kürze soll sogar eine U7-Trainingszeit entstehen. „Neben einer engagierten Damenmannschaft, haben wir eine Hobbygruppe und zwei Herrenteams, von denen uns vor allem das Zweitliga im leistungssportlichen Bereich repräsentiert“, sagt Jesse.

2014/2015 debütierte Holzbüttgen in der 2. Bundesliga und erreichte gleich die Playoffs. Im Halbfinale war gegen Aufsteiger Halle Schluss. Nach dem 13. Spieltag dieser Saison steht Holzbüttgen auf dem zweiten Tabellenplatz, sechs Punkte vor Schenefeld, das aber auch noch drei Spiele gut hat. Sehr zupass kommt dabei die Torlaune des finnischen Neuzugangs Ilari Suuronen. Der 29-Jährige erzielte in 12 Spielen 27 Treffer und ist bester Torschütze der Liga. Längerfristig sei deshalb auch die höchste Spielklasse nicht ausgeschlossen. „2019 feiern wir das zehnjährige Jubiläum als eigenständige Abteilung. Wäre es nicht herrlich dieses eine Liga höher zu feiern?“, meint Jesse.

Die sportlichen Erfolge des Fanionteams nützen der gesamten Vereinsarbeit. Das weiß auch PR-Verantwortlicher Dennis Schiffer zu schätzen: „Es ist wirklich schön anzusehen, wie vielen Leuten unser Verein wichtig geworden ist. Da hört man auch schonmal von DJK-Fanliedern unterm Weihnachtsbaum oder von der Gestaltung des Kinderzimmers mit Unihockeytown Wandtattoos.“

Der Verein arbeite nach einem klaren Plan, der Mitgliederwachstum, Vergrößerung des Jugendbereichs, Professionalisierung der Organisationsstrukturen und selbstverständlich die Qualität des Floorballsports an der Spitze im Fokus hat. „Wir haben vieles richtig gemacht, mussten aber auch hier und da erst dazulernen“, sagt Schiffer und weist dabei auf die notwendige Beständigkeit hin, die vielleicht die größte Herausforderung darstellt.

Wehende Fahnen und Fangesang - Holzbüttgener Floorballkultur. / Foto: DJK Holzbüttgen PR

Wehende Fahnen und Fangesang – Holzbüttgener Floorballkultur. / Foto: DJK Holzbüttgen PR

„Viel Kraft haben wir daher in den letzten zwei Jahren daher darauf gelegt, dass wir die zahlreichen Aufgaben auf viele Schultern verteilen können. Das gelingt uns schon ganz gut, wobei auch hier noch ein weiter Weg zu gehen ist. Daher gehen wir auch jeden Schritt bedacht und in unserem eigenen Tempo“, erklärt wieder Jesse. Bei allem Ehrgeiz und Wachstum, wolle man stets authentisch bleiben, um die heimatlich-familiäre Ausrichtung des Vereis zu bewahren. Auch mit 200 Mitgliedern.

Natürlich spielt bei der eigenen Entwicklung auch die Dynamik der Region eine zentrale Rolle. „Die Entwicklung von Floorball in NRW und generell im Westen ist in der Tendenz schon positiv,“ sagt Jesse. Sie könnte aber in ihrem Ausmaß deutlich stärker sein. Auf der einen Seite würden gerade im Jugendbereich viele neue Teams aus der Erde sprießen, andererseits brechen vielen etablierten Vereinen die Teams im Laufe der Zeit wieder weg. „Die Voraussetzungen in Bezug auf Vereinsstrukturen, Hallenbelegungen, Manpower und Know-How sind oftmals unterschiedlich verteilt, was schade ist.“

Projekte wie in Leverkusen und Duisburg, also in unmittelbaren Nähe, seien leider mehr oder weniger eingeschlafen, ergänzt Schiffer. Dafür stünde in Hochdahl wieder mehr Jugendarbeit im Fokus, was großartig sei. Mit der TuS Lintorf habe sich ein weiterer Verein in der Umgebung angesiedelt und man hoffe, dass auch in Bochum bald mit der Jugendarbeit begonnen werde.

Man müsse geduldig sein. „Im Erwachsenenbereich scheinen die Schiedsrichter- und Lizenzbestimmungen sowie die sich oft ändernden Spielmodi eine Hürde darzustellen“, bemängelt Schiffer. Nichtsdestotrotz müsse man am Ende des Tages festhalten, dass die noch immer langen Anfahrten allmählich kürzer werden, weil mehr Teams entstehen und dadurch auch immer mehr Teams den Mut zum Großfeld haben, was wiederum die Spielkultur um ein Vielfaches verbessere.

Holzbüttgen möchte eine Hochburg werden. Laut Schiffer wolle der Verein eines Tages den deutschen Floorballgrößen an der Spitze des Leistungssports auf Augenhöhe begegnen. „Deshalb müssen wir es schaffen, aktuelle Leistungsträger zu halten und gleichzeitig für aufstrebende Talente die absolut erste Adresse in der Region zu sein.“ Zumindest in den Bereichen der Entwicklungsarbeit, Jugendförderung und Kommunikation, hat Holzbüttgen die Augenhöhe bereits erreicht. Vielleicht sogar viel mehr als das.

Nachwuchs wird im Floorball-Camp groß geschrieben. / Foto: DJK H. PR

Nachwuchs wird im Floorball-Camp groß geschrieben. / Foto: DJK H. PR

Floorball Oster Camp
Mit dem FLOC organisiert DJK Holzbüttgen seit 2011 ein Floorball-Feriencamp für Kinder und Jugendliche, egal ob Vereinsmitglieder oder nicht. Vier Tage lang Floorball pur. Neben der Erlernung von wichtigen Floorballregeln und dem durchlaufen teambildender Aktionen, nehmen die Spieler umfangreichen Input in den Bereichen Passspiel, Schusstechnik und den Klein- und Großfeldspielformen mit. Das FLOC findet großen Zuspruch innerhalb von Kaarst und ist jedes Jahr nach wenigen Tagen ausgebucht. Weitere Informationen auf der entsprechenden Eventseite.