Westermann: „Schon einmal auf die Schnauze gefallen“

45 Punkte aus 16 Spielen. Bremen holt Staffelsieg. / Foto: Eiche Horn PR

45 Punkte aus 16 Spielen. Bremen holt Staffelsieg. / Foto: Eiche Horn PR

Ungeschlagen marschierte Eiche Horn durch die Qualiphase der 2. Bundesliga Nordwest. Den Weg zurück in die Königsklasse versperren jetzt die Igels Dresden. Aus dem bösen Stolperer der vergangenen Saison habe man gelernt, sagt Bremens quirliger Scharfschütze Marcel Westermann.

Floorballmagazin: Bremen absolvierte eine Ligaphase nach Maß. Ungeschlagen. Was hat Euer Spiel dieses Jahr im Vergleich zur Vorsaison ausgezeichnet?

Marcel Westermann: Ich denke, wir haben uns zum Vorjahr vor allem mental weiterentwickelt. Spielerisch blieben wir lange unter unseren Möglichkeiten und auch zu inkonsequent im Abschluss. Wir haben aber konstant Leistung gebracht und das zeichnet sich jetzt auch aus. Jedoch war die Liga dieses Jahr deutlich stärker mit Bonn und zwei starken Konkurrenten aus Schenefeld und Holzbüttgen, die sich in den vergangenen Jahren extrem weiterentwickelt haben. Ich habe das Gefühl, dass uns der Konkurrenzkampf an der Spitze enorm geholfen hat. Wir durften uns nie ausruhen, weil bis zum vorletzten Spiel alles offen blieb.

Du selbst hast eine besonders starke Saison gespielt. Welche Entwicklungen hast du an dir persönlich festgestellt? Lag’s auch an der Line?

Danke. Persönlich gesehen habe ich mich technisch ganz normal weiterentwickelt, das gehört dazu, aber ich spiele mittlerweile einfach „erwachsener“. Häufig verbaut man sich als junger Spieler seine Möglichkeiten mit unüberlegten Aktionen. Ich habe gelernt, dass der einfache Weg oft der effektivere Weg ist, somit fallen einem viele Dinge leichter und man spielt automatisch besser. Ansonsten spielen wir mittlerweile seit fast zwei Jahren konstant in unserem Block zusammen, bis auf verletzungsbedingte Ausnahmen, und funktionieren so immer besser als kleines Team.

Mit 19 Toren und 7 Vorlagen war Westermann Bremens Topscorer. / Foto: TV Eiche Horn PR

Mit 19 Toren und 7 Vorlagen war Westermann Bremens Topscorer. / Foto: TV Eiche Horn PR

Im Playoff-Halbfinale wartet Dresden. Tabellendritter im Osten. Ihr seid Favorit, oder?

Natürlich sagen viele, dass wir als Favorit in dieses Spiel gehen, aber Hochmut kommt vor dem Fall. Wir sind letztes Jahr schon einmal kräftig auf die Schnauze gefallen. Daraus haben wir gelernt. Von einer quasi perfekten regulären Saison kann man sich, bis auf eine gute Ausgangssituation, in den Play-Offs leider nichts kaufen. Gegen Leipzig waren wir im ersten Spiel mit dem Kopf schon im Finale. Dieses Jahr sind wir aber dank unserem starken Trainerteam körperlich und vor allem geistig perfekt vorbereitet.

Gegen Kaufering gab’s leider keine Überraschung. Ist Eiche trotzdem reif für die 1. Bundesliga?

Wir sind ohne große Erwartungen an uns selbst in dieses Spiel gegangen. Erster in der 2. Liga Nord gegen den, zu diesem Zeitpunkt, vierten der ersten Bundesliga, wir hatten nichts zu verlieren und haben ein sehr starkes Spiel abgeliefert. Eindeutig! Wir haben letztes Jahr gegen Weißenfels im Pokal gezeigt, dass wir das Potential haben, uns nicht abschlachten zu lassen. Und auch dieses Jahr haben wir mit dem Sieg gegen Halle oder mit der Leistung gegen Kaufering bewiesen, dass wir auf Augenhöhe agieren können.