„Mit erhobenem Haupt die Halle verlassen“

Starke Kulisse - Mit im Schnitt 190 Zuschauern sicherlich erstligatauglich. / Foto UHC Döbeln PR

Starke Kulisse – Mit im Schnitt 190 Zuschauern sicherlich erstligatauglich. / Foto UHC Döbeln PR

Vom einstigen Offensivfeuerwerk des UHC Döbeln ist nach dessen Abstieg in die zweite Liga wenig übrig geblieben. Trainer Tom Herrmann will jetzt langfristig arbeiten, aus eigenen Kräften wachsen. Am kommenden Wochenende richtet Döbeln das Stena Line final4 aus (mehr unter Döbelner Festspiele). Der Verein ist gesetzt und trifft im Halbfinale auf niemanden Geringeren als den UHC Weißenfels.

Floorballmagazin: Am Wochenende steht das final4 in Döbeln an. Was bedeutet das Event für den Klub? Wie habt ihr Euch organisatorisch vorbereitet?

Tom Herrmann: Für uns als Verein bedeutet es eine große Herausforderung, da wir ein Event in dieser Größe noch nicht organisiert haben. Hier können wir aber auch auf die Erfahrungen der ausgetragenen DM der U13 und U15 sowie auf den Nationen Cup der Damen zurückgreifen. Eine große Unterstützung bekommen wir erneut auch von der Stadt Döbeln und unseren Haussponsoren. Der Rückhalt unserer Mitglieder ist ebenfalls enorm. Mit Frank Weinberg als Leiter des Orgateams sind die Aufgaben für unseren Verein in guten Händen.

Was wird in der Stadt los sein? Erwartet ihr viele lokale Zuschauer?

Nun, was die Zuschauer angeht, bin ich doch sehr optimistisch. Zu unseren Ligaspielen kommen im Schnitt 200 Zuschauer. Da mit den drei Erstligateams auch große Namen wieder nach Döbeln kommen, denke ich schon, dass wir eine volle Hütte haben werden. Was das Rahmenprogramm betrifft, wird einiges von Floorball Deutschland geboten. Was in der Stadt zusätzlich los sein, wird kann ich leider nicht sagen.

Am Sonntag trifft Döbeln auf Weißenfels, das die Bundesliga noch nie so klar dominierte wie diese Saison. Wie bereitest du dein Team auf diese Aufgabe vor?

Wir bereiten uns doch sehr intensiv auf das Spiel gegen den “Meister aller Klassen” vor. Die beeindruckende Spielweise der Weißenfelser Mannschaft haben wir einige Male anschauen können. Auch für das Training habe ich mir etwas einfallen lassen und habe vermehrt Testspiele gesucht, um einzelne Spieler auf verschiedenen Positionen zu testen. Meine Jungs und Mädels freuen sich natürlich riesig auf das Spiel gegen Weißenfels und ich weiß, dass jeder einzelne von meinen dreizehn Spielern alles geben wird. Zielstellung sollte sein, vor den eigenen Fans ein gutes Spiel zu zeigen und mit erhobenen Haupt die Halle verlassen zu können. Hier an dieser Stelle auch noch einmal großen Dank an die Mannschaft der DHfK für die vielen tollen Tests in den letzten Wochen.

Döbeln war unlängst aus der Königsklasse in die zweite Liga abgestiegen. Dort belegte man dieses Jahr Rang vier. Hat der UHC den Anschluss verloren?

Nun ja, das ist eine Frage, die ich ungern beantworte. Aber die Fakten sind leider so, dass es auch in dieser Saison nur zu Platz vier reichte. Nach dem Abstieg vor zwei Jahren hat es einen riesen Umbruch in der Mannschaft gegeben, der auch nach der ersten zweiten Saison nicht zu stoppen war. Von der einstigen Erstligamannschaft sind noch vier Spieler da, als dann auch noch mit Enno Franze ein Topleistungsträger nach Chemnitz ging, war allen klar, dass diese Saison sehr schwer werden würde. Dann kam auch noch der Punkteabzug dazu, der uns letztlich den Playoff-Platz kostete.

Aber ihr scheint auch einige Talente im Kader zu haben?

Ja. Den Anschluss haben wir aus meiner Sicht jedenfalls nicht verloren. Wir haben sehr viele junge Spieler in der Mannschaft, die ihre Sache hervorragend machen. Da die Jungs und Mädels teilweise zwischen 15 und 17 Jahre alt sind, bin ich für die Zukunft sehr optimistisch. Auch wenn auf dem Mannschaftsfoto viele Gesichter zu sehen sind, bestand der Kader im Schnitt aus zwölf bis dreizehn Spielern. Wenn dann in einem „6-Punkte-Spiel“ ein Uwe Wolf oder ein Ivos Vaharnik fehlen, schlägt dass bei uns schon schwer ins Kontor. Um den guten Leistungen der Abteilung „Jugend Forscht“ ein Gesicht zu geben, möchte ich auf Tiffany Küttner verweisen, die bei der Sichtung der Damen-Nationalmannschaft in Rohrdorf im April dabei war und auf Magnus-Ernst Scholz, der zur U19-Nationalmannschaft gereist ist.

Wie sehen die Pläne des Bundesliga-Teams aus? Was sind die mittelfristigen Ziele?

Das Ziel für die nächste Jahre ist, mit der Mannschaft eine gute Rolle in der 2. Bundesliga zu spielen. Da wir auch aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben, setzen wir doch verstärkt auf unsere eigenen Kräfte im Verein. Wir haben im Nachwuchsbereich durchaus Spieler mit Potential, was uns vieleicht auf lange Sicht gesehen wieder vom Aufstieg träumen lässt.