„Kein Weltuntergang“

Gary Blume mit Ausblick. / Foto: René Blume, reddevils.org

Gary Blume mit Ausblick. / Foto: René Blume, reddevils.org

Nach einem misslungenen Saisonstart und ungeplanten Abgängen im Winter könnte den Devils beim Stena Line final4 ein versöhnlicher Saisonabschluss gelingen. Auch Ligabronze ist noch drin. Coach Gary Blume ist mit sich und dem Team im Reinen. Zurück in den Kasten zieht’s ihn nicht.

Floorballmagazin: Für Wernigerode hat’s dieses Jahr nicht fürs Finale gereicht. War Lilienthal im Halbfinale ein schlagbarer Gegner?

Gary Blume: Wenn ich mir die Spiele und die Ergebnisse anschaue, wäre natürlich mehr drin gewesen. Am Ende fehlte uns diese Saison aber ein Stück die Reife und am Ende auch etwas das Glück. Das Ganze ist aber kein Weltuntergang. Nach unserem Umbruch mit Abgängen wie Ekroos, Piittisjärvi, Riechel, Müller, Lisiecki, Löwenberg, Peter und Stefan als Trainer und auch mir als Torhüter war das Ziel in der Liga mit dem Halbfinale erfüllt. Dazu kommt, dass Lilienthal eine außergewöhnliche Saison gespielt hat und damit über das Jahr gesehen auch verdient im Finale steht.

Eure Leistungssteigerung über die Saison hinweg war aber auch sichtbar. Ist jetzt die Bronzemedaille Pflicht für einen versöhnlichen Liga-Abschluss?

Es stimmt, dass unsere Steigerung beachtlich war. Das freut mich sehr, gerade weil wir eine relativ junge Truppe sind und diese Saison sicherlich Höhen und Tiefen hatten. Die Bronzemedaille wäre ein schöner Abschluss und eine Belohnung für die Jungs. Aber sie ist sicherlich keine Pflicht. Wir sind mit der Entwicklung der Saison zufrieden, egal ob mit oder ohne Medaille. Außerdem wartet mit Leipzig wohl einer der Ligafavoriten vom Saisonbeginn.

Am Wochenende steht das Stena Line final4 an. Im Halbfinale trefft ihr aus Kaufering. Die Bilanz aus der Liga war ausgeglichen, die Playoffs gingen an euch. Wie klappt’s?

Die Bilanz in der regulären Saison war sicherlich noch ausgeglichen aber in den Playoffs dann deutlich. Wichtig ist, dass wir das verlorene Halbfinale gegen Lilienthal aus dem Kopf bekommen und dann glaube ich an die Qualität meiner Mannschaft, Kaufering wieder schlagen zu können.

Playoff Halbfinale: Red Devils vs. TV Lilienthal

Im Finale stünde mit größter Wahrscheinlichkeit Weißenfels im Weg. Dieses Jahr übermächtig. Was hat Weißenfels richtig gemacht, dass sie sich von der Konkurrenz zu dramatisch absetzen konnten?

Weißenfels heimst die Früchte unglaublich guter Arbeit aus den letzten Jahren ein. In allen Bereichen. Dazu kommt eine gute Transferpolitik. Deshalb, denke ich, werden sie am Ende auch zu Recht alleine da oben stehen. Mannschaften wie wir können in guten Jahren durchaus mithalten und in anderen Jahren geht es leider nur um den ersten Platz hinter Weißenfels. Ich hoffe, dass wir dies in der nächsten Saison wieder ändern können und mehr Spannung in die Liga bringen.

Die Saison hat noch ihre Höhepunkte vor sich, wie blickst du aber auf dein ersten Trainerjahr zurück. Welche Erkenntnisse nimmt du mit in die Zukunft?

Mein erstes Jahr hat mehr oder weniger Hals über Kopf angefangen. Mit einmal war ich Trainer und wir hatten nicht mehr viel Zeit bis zum Saisonstart. Die Kaderplanung war noch nicht abgeschlossen und somit hatte ich im Sommer noch viel Arbeit vor mir. Ich glaube für diese Umstände haben wir das erste Jahr ganz gut gemeistert. Klar kann und muss als Trainer noch viel lernen aber ich hoffe ich bin auf einem guten Weg (lacht). Meine Haupterkenntnis ist sicher, dass wir in der Kaderplanung viel kontinuierlicher und langfristiger arbeiten müssen um so dauerhaft an der Spitze mitspielen zu können.

Steht Gary Blume nächstes Jahr immer noch hinter der Devils-Bande? Oder jucken langsam wieder die Finger?

Nach aktuellem Stand, stehe ich nächste Saison weiterhin an der Bande. In meiner Aufgabe als Sportchef plane ich die Zukunft des Vereins aber langfristig und somit setzen wir uns natürlich nach der Saison zusammen und analysieren alles. Danach stellen wir die Weichen für die kommende Saison und entscheiden, was das Beste für den Verein ist.